Fahrsicherheit im Alter in Abhängigkeit von dem Ausmaß der Schädigung der weißen Hirnsubstanz.
Ein schwieriges Thema, und diesbezüglich eine interessante Studie.
Interessant ist schon, dass in der Studie das Fahrverhalten automatisch untersucht wurde. Ein Datenlogger für Nutzfahrzeuge (Azuga G2-Ortungsgerät; Aguza, ein Unternehmen der Bridgestone Co) wurde im On-Board-Diagnoseanschluss des Fahrzeugs jedes Teilnehmers installiert, um kontinuierlich Fahrdaten auf Reiseebene aufzuzeichnen. Eine Reise wurde als der Zeitraum vom Starten bis zum Abstellen des Motors mit einer zurückgelegten Strecke von mindestens 100 m definiert. Die gesammelten Daten umfassten zeitgestempelte Aufzeichnungen von Geschwindigkeit, Breiten- und Längengrad sowie ereignisbasierte Schwellenwertwarnungen für Geschwindigkeitsüberschreitungen, Kurvenfahrten und starkes Bremsen. Das DRIVES-Projekt leitete Kennzahlen wie Gesamtzahl der Fahrten, durchschnittlich zurückgelegte Strecke, Anzahl der einzelnen Ziele, Verteilung der Fahrstrecken, Geschwindigkeitsüberschreitungen, starkes Bremsen, starke Kurvenfahrten (Querbeschleunigung > 0,4 g), Fahrentropie (Vorhersagbarkeit der Route) und Trägheitsradius (räumliche Stabilität).24,30 Die Fahrdaten wurden für jeden Teilnehmer monatlich verarbeitet und aggregiert, wobei die Werte auf das 99. Perzentil gekürzt wurden, um Extremwerte zu begrenzen.
Bei modernen Autos dürfte es mittelfristig kein Problem sein, grundsätzlich das Fahrverhalten aller motorisierter Verkehrsteilnehmer zu überwachen, und theoretisch damit riskante Fahrer herauszufiltern mit entsprechenden Konsequenzen. Bisher scheint das aber nicht zu drohen. Aber als Zukunftsvision nicht auszuschließen.
In der Studie zeigte sich, wie zu erwarten, dass statistisch das Ausmaß der Schädigungen der weißen Substanz besonders in den hinteren Hirnabschnitten mit einem Rückgang der Kompetenz zu fahren einhergeht. Dass das statistisch so ist, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass im Einzelfall die Fahrtüchtigkeit im Kernspinbild des Kopfes diagnostiziert werden kann.
Ein besonders bemerkenswertes Ergebnis ist, dass die Bluthochdruckbehandlung insbesondere mit ACE Hemmern die Fahrtüchtigkeit verbessert.
Ein Aspekt der Studie ist hervorzuheben, die eingeschränkten Älteren haben ihre Nutzung des PKW von sich aus deutlich reduziert.
Die neuen EU Regeln haben für ältere Fahrer in Deutschland nichts verändert. Italien hat z.B. wesentlich strengere Regeln, schreib z.B. für Ü70 eine medizinische Untersuchung alle 3 Jahre vor. Italien hat allerdings mehr Verkehrstote/100k Einwohner.