@grok
Für einen bekannten deutschen Hollywood-Filmregisseur recherchiere ich mal wieder zur
#wirecard
Die Frage lautet: Wie wurde Wirecard in der öffentlichen darstellung erwähnt.
Ich habe dazu folgenden Artikel gefunden, Telebörse 2001
Wo ist da Wirecard versteckt und was liest du da noch alles?
Mich würde interessieren, wie ein anderes Auge diesen Artikel liest. Ich bin da zu involviert.
Fasse alle Informationen zusammen.
#wirecard #theweb #qssy #kriependorf #xactmedia
Sex, Lügen und Glücksspiel
Q-Seven Systems gab sich gern als E-Business-Softwarehaus. Vorstand Philipp Kriependorf tönte gegenüber der TELEBÖRSE: "Wir sind keine
dot.com
, die von Modetrends abhängig ist." Mit der Lizensierung schlüsselfertiger Software für Online-Kasinos sollte die amerikanische AG angeblich Geld verdienen.
Ob das tatsächlich je so geplant war, ist stark zu bezweifeln. Denn das Firmennetz der Geschäftsführer/Direktoren Philip Kriependorf, Philip Kamp und Olaf Cordt war an Undurchsichtigkeit kaum zu überbieten.
Viele Hüllen, wenig Besitzer, kaum Substanz Q-Seven Systems Inc. als Unternehmen nach dem Recht von Utah entstand durch einen Reverse Merger aus der Firma Downstream und Q-Seven Systems nach dem Recht von Nevada. Hauptaktionäre waren zu je 21,07% Kriependorf, Kamp und Cordt.
Q-Seben Systems Inc. Q-Seven Nevada war genau wie Q-Seven Utah eine leere Hülle, mit Sitz im rheinischen Monheim. Sie bediente sich der Dienste der deutschen Q-Seven Gmbh (Geschäftsführer Kriependorf), von der sie auch die Exklusivlizenz zur Vermarktung der Kasino-Software erhielt. Dafür führte sie 90% der Einnahmen an die GmbH ab.
Die bezog das Abrechnungstool ihrer Software wieder auf ein Zahlungssystem der EuroDebit Systems Inc. (Sitz Monheim, Direktoren Kriependorf & Cordt, CFO Kamp). Die Räume hatte die Q-Seven GmbH übrigens von der Mediacenter Betriebsgesellschaft angemietet. Diese zahlte über Beraterverträge je 100.000 DM an Kriependorf, Kamp und Cordt.
Kunden verschwunden
Viel Umsatz kam mit den Online-Casinos nicht zusammen. 1999 waren es gerade mal 100.000 $ brutto (90.000 flossen an die GmbH). 2000 soll es viel besser gewesen sein - doch Kamp will angeblich keine Zahlen kennen.
Die versprochene Auktionssoftware gibt es auch nicht. Angeblich sei die Entwicklerfirma nicht fertig damit. Ob es die Erlöse überhaupt gab, muss auch bezweifelt werden. Die ausgelobten Kunden sind samt und sonders nicht nachweisbar.
Interessanterweise verweist die WWW-Adresse von Global Net Gamble im Name Server-Eintrag auf den Nameserver von Q-Seven.
Umsatz nur durch Sex-Schrott
Den Rest von 1,15 Mio. steuerte die auf die Bahamas ausgegliederte Q-Seven Nevada-Tochter X-Real Intertainment bei. Diese hatte ihren Sitz auch in Monheim und wurde einst von der deutschen X-Real GbR durch Q-Seven Nevada gekauft.
X-Real Gbr gehörte Kriependorf, Kamp und Cordt. X-Real übernahm die Verantwortung für einige Sexseiten, die durch die Cyberotic Media AG betrieben wurde. Vorstände: Kamp und Cordt, AR-Vorsitz: Kriependorf. Weiteres AR-Mitglied war Christian Hermes, Geschäftsführer der Mediacenter Betriebsgesellschaft.
Cyberotic Media bezog über dies eine Abrechnungslizenz von der EuroDebit Systems GmbH mit dem Geschäftsführer Kamp, einer 90%-igen Tochter der EuroDebit Systems Inc.
Cyberotic produizerte billig. Für 50 Pfennig pro Bild wurde Ausschussware aus Pornoproduktionen ins Netz gestellt. Jahresumsatz von Cyberotic nach eigenen Angaben: 5 Mio. DM.
Fluchtartig abgesetzt
Ende letzten Jahres aber muss die ganze Sache zu heiß geworden sein - warum auch immer. Bei einem dubiosen Einbruch in die Firmenräume wurden nach Angaben von Philipp Kamp Festplatten aus den Computern gestohlen und Unternehmensdaten. Mitarbeiter und Partner werfen den Vorständen persönliche Bereicherung vor und beklagen unbezahlte Rechnungen. Doch zu holen ist nichts. Cyberotic Media wurde im Januar wegen Insolvenz aufgelöst.
Davon erfuhren die Aktionäre von Q-Seven Inc. aber nichts - allen amerikanischen Börsenregeln zum Trotz. Genausowenig erfuhren sie vom Konkursantrag der Q-Seven GmbH am 9. März diesen Jahres. Übrigens gilt es als praktisch ausgeschlossen, dass das Unternehmen fortgeführt wird. Es ist keine Liqudität vorhanden, ist aus eingeweihten Kreisen zu vernehmen. Q-Seven-Vorstand Kamp behauptet indes, dass sich am geschäftsmodell nichts geändert habe. Die Lizenz der Inc. käme weiterhin von der GmbH.
Die Server von Q-Seven und X-Real sind verschwunden - obwohl Kamp behauptet X-Real betreibe die Pornoseiten statt Cyberotic weiter. Die Telefone in Monheim werden nicht mehr abgenommen - angeblich ist ein Fehler in der Telefonanlage der Betriebsgesellschaft daran Schuld. Gelegenlich gab es noch ein Lebenszeichen: z.B. ein Filing von Kriependorf an die amerikanische Börsenaufsicht, indem der Jahresbericht verschoben wird. Ein Spiel, das man mit den Quartalsberichten nun schon seit elf Monaten treibt. Die fehlenden Berichte würden in kürzester Zeit eingereicht, sagt Kamp. Das sagte Kriependorf schon im letzten November.
Sie ist wieder da...
Heute ist Q-Seven wieder aufgetaucht. Angeblich habe sich die irische Fluggesellschaft PartnerAir Plc mündlich (!) interessiert gezeigt, Q-Seven zu übernehmen. Diese Gesellschaft arbeitet nach einem ähnlichen Modell wie Q-Seven: Die ausländische Aktiengesellschaft least ihre drei Flugzeuge an eine deutsche GmbH. Deren Geschäftsführer Hans Ludger Kuhnen folgt Olaf Cordt in den Q-Seven-Vorstand und ist gleichzeitig Director der Plc.
Doch halt! EuroDebit Systems ist noch da. Sie ist jetzt eine Tochter der EBS electronic billing systems AG aus Hallbergmoos und heißt pay@EuroDebit. Ihren Sitz hat sie immer noch in Monheim und bis vor kurzem hatte sie auch noch dieselbe Telefonnummer wie die alte Q-Seven. Doch wie man uns dort mitteilte, wurden alle ehemaligen Mitarbeiter "freigestellt". Einige Seiten der ehemaligen Cyberotic Media werden inkassomäßig noch betreut, doch pay@EuroDebit haftet nicht für Cyberotic. Meinung des Verfassers: Diese Firma hat das Vertrauen der Anleger nicht verdient. Dr. Martin Hock, 12.4.2001 Quelle: Die Telebörse