8/8 Die Moral von der Geschicht
Jedes Märchen hat eine Moral.
Dieses hat drei.
Drei Souveränitätsprobleme, nicht eins.
Das digitale – die einseitige Abhängigkeit ohne eigene Alternativen.
Das analoge – die Unfähigkeit, als Organisation überhaupt souverän zusammenzuarbeiten.
Und das strategische – der Glaube, man könne durch Regulierung und Reifegradmodelle ersetzen, was man am Markt nicht aufbaut.
Wer nur eins davon löst, bekommt entweder souveräne Rechner mit E-Mail-Chaos, wunderbare Kollaboration ohne eigene Plattformen oder ein Fairphone für die Verwaltung, das niemand will.
Die Wahrheit liegt nicht zwischen dem Techfreak und dem Gärtner. Sie liegt in der Erkenntnis, dass beide verschiedene Probleme beschreiben, die verschiedene Lösungen brauchen.
Der Techfreak braucht Empathie für Nutzer, die keine Migration wollen.
Der Gärtner braucht Werkzeuge, die so unsichtbar komplex sind, dass er sie nicht als Zumutung empfindet.
Und die Politik muss aufhören, so zu tun, als gäbe es Souveränität zum Nulltarif. Es gibt sie nicht.
Sie kostet Geld, Geschwindigkeit und den Mut, mit den Konzernen zu verhandeln, statt gegen sie zu regulieren.
Wer digitale Souveränität will, muss zuerst die analoge herstellen.
Und aufhören, sich das Märchen selbst zu erzählen.
Ende.