Lustig, ausgerechnet die SPD
Beck als SPD-Mann sieht das Problem vor allem im „Rechtsruck“.
Viele Bürger sehen es eher in jahrelanger Realitätsverweigerung der etablierten Kräfte.
Viele sehen die Parallelen nicht primär im „Aufstieg der Rechten“, sondern in der Reaktion der etablierten Kräfte:
Politische Kartellbildung:
Wenn CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP in Kernfragen (Migration, Energie, EU, Gender-Politik, Ukraine-Unterstützung) lange ähnliche Positionen vertreten haben und Dissens als „rechts“ oder „populistisch“ ausgegrenzt wurde, entsteht bei Teilen der Bevölkerung das Gefühl, dass es keine echte Wahl mehr gibt.
Das stärkt Protestparteien.
Medien und kulturelle Hegemonie: Viele Wahrnehmungsstudien und Umfragen zeigen, dass große Teile der Leitmedien, Kulturschaffenden, Gewerkschaften und NGOs eine relativ einheitliche gesellschaftspolitische Linie fahren.
Kritik daran wird oft moralisch überhöht statt sachlich diskutiert.
Ergebnisse:
Hohe Unzufriedenheit mit Migration (besonders irregulärer und fehlender Integration), Wirtschaftsproblemen (Deindustrialisierung, Energiepreise), Bürokratie und Wertewandel.
Die AfD profitiert davon massiv – nicht nur bei „Protestwählern“, sondern auch bei früheren CDU/SPD-Stammwählern.
Historisch ist der Weimar-Vergleich doppelschneidig:
Die Weimarer Republik scheiterte nicht nur an Extremisten von rechts/links, sondern auch daran, dass die demokratischen Mitte-Parteien sich gegenseitig blockierten, Kompromisse scheuten und große Bevölkerungsteile (besonders im Mittelstand) ihre Interessen nicht mehr vertreten sahen.
Gleichzeitig war die NSDAP extrem und gewaltbereit – ein direkter Vergleich der heutigen AfD mit ihr ist übertrieben und dient lediglich der Ausgrenzung statt der Auseinandersetzung mit konkreten Politikinhalten.