Wenn man sich die
@dachcs Szene aktuell anschaut, kommt man immer wieder zum gleichen Ergebnis. Alles kostet Geld und selbst wenn man Leistung bringt, bekommt man kaum etwas zurück. Es spielt keine Rolle, ob man Spieler ist, eine Organisation aufbauen möchte oder versucht, eine Liga zu starten. In dem Moment, in dem man besser werden oder wirklich etwas bewegen will, muss man investieren. Coaching, Strukturen und Unterstützung sind fast immer kostenpflichtig. Gleichzeitig gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten, sich diese Investitionen wieder zurückzuholen. Man kann viel Zeit investieren, sich verbessern und konstant performen, steht am Ende aber oft ohne Gegenwert da.
Daraus ergibt sich direkt die nächste Frage. Warum engagieren sich so wenige wirklich für die Szene? Warum gibt es so wenig Unterstützung und Hilfsbereitschaft? Dieses Spiel existiert seit fast 30 Jahren. Es gab zahlreiche Top-Spieler, erfahrene Manager und sogar Unternehmen, die aus der Szene entstanden sind. Eigentlich müsste man erwarten, dass sich über diese Zeit klare Strukturen entwickelt haben.
In der Realität sieht es anders aus. Es fehlt an Mentoren, an Menschen, die ihr Wissen weitergeben und anderen den Einstieg oder Fortschritt erleichtern. Wenn man sich umsieht, merkt man schnell, dass vieles ziemlich leer wirkt. Es gibt zwar Institutionen wie den
@ESBD_Verband oder die
@EsportsPlayerF1, aber insgesamt fühlt es sich an wie im wilden Westen, wo jeder macht, was er will.
Statt Lösungen hört man häufig die gleichen Aussagen. Spieler würden nicht wollen oder nur Geld verlangen. Früher habe man auch alles selbst bezahlt und sei für kleine Preise auf LANs gefahren. Solche Argumente bringen die Szene nicht weiter. Sie wirken eher wie Ausreden für ein strukturelles Problem, das sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. Auch in früheren Zeiten waren die Spieler nicht automatisch besser. Die Konkurrenz war einfach weniger kompetitiv und weniger professionell. Die Am Tisch Folgen von
@zonixxCS zeigen gut auf, was früher alles falsch lief. Spieler wurden ausgenutzt, Sponsoren enttäuscht und Zahlen geschönt. Organisationen kamen ihren Pflichten nicht nach und das Wort Professionalität kannten einige Spieler nur aus dem Duden.
Ich verfolge die Szene seit 2012 intensiv und hatte selten das Gefühl, dass die Lage so schwierig ist wie heute. In früheren Versionen konnte man international mithalten und nationale Ligen hatten einen hohen Stellenwert. Heute sieht man, dass selbst ein Streamer Team in der oft bezeichnetet "Hobby Liga" weit kommt. Die Aussicht auf eine echte Profi-Karriere ist kaum noch vorhanden. Vor diesem Hintergrund wirken Vorwürfe gegenüber Spielern, sie würden sich nicht genug bemühen, unfair und verschärfen die Situation zusätzlich.
Früher gab es mit der ESL wohl das Nonplus Ultra des Esports und Plattformen wie 99Damage oder Readmore. Heute fehlt vielen Spielern genau diese Infrastruktur. Das ist kein individuelles Versagen der Spieler, sondern ein strukturelles Problem, das über Jahre hinweg nicht gelöst wurde. Personen, die den aktuellen Spielern fehlendes Wollen vorwerfen, müssen verstehen, das die Infrastruktur früher besser war als heute. und das wirft die Frage auf. Sind die heutigen Spieler verantwortlich ODER die damaligen Akteure?
Als Spieler steht man oft vor der Frage, wohin man sich wenden soll. Organisationen helfen selten wirklich weiter, da es häufig an qualifizierten Trainern fehlt. Aktive Profis haben kaum Zeit. Streamer helfen manchmal, aber oft nur, wenn sie selbst davon profitieren. Ehemalige Profis sind eine Option, allerdings meist nur gegen Bezahlung. Am Ende bleibt oft nur das eigene Team. Mit Glück findet man dort Unterstützung, mit Pech wird man schnell ersetzt, wenn die Leistung nicht sofort stimmt. Also ist ein Spieler, auch knapp 30 Jahre nach Einführung des Spiels noch auf sich selbst angewiesen.
Für Organisationen sieht es kaum besser aus. Man möchte etwas aufbauen, weiß aber oft nicht genau wie. Offizielle Stellen bieten zwar Programme an, diese sind jedoch ebenfalls kostenpflichtig. Der Austausch mit anderen Organisationen scheitert häufig an Zeitmangel oder fehlender Bereitschaft zu helfen. Also bleibt vielen nichts anderes übrig, als ihren eigenen Weg zu gehen und alles selbst herauszufinden.
Das zentrale Problem bleibt bestehen. Weder Spieler noch Organisationen haben einfachen Zugang zu erfahrenen Mentoren. Es fehlt an Menschen, die ihr Wissen teilen, Orientierung geben und helfen, Fehler zu vermeiden.
Eine Szene kann nur dann wachsen, wenn Wissen weitergegeben wird und erfahrene Akteure Verantwortung übernehmen. Wenn jedoch jeder ausschließlich seinen eigenen Vorteil verfolgt und Wissen sofort monetarisiert wird, bleibt genau dieser entscheidende Schritt aus.
// SkiZ