Jenseits der
#Polarisierung der gesellschaftlichen Diskussion und Stimmung liegt das weite Land möglicher Differenzierungen. Leider befeuern zu oft auch diejenigen, die einer Polarisierung eigentlich entgegenwirken wollen, genau diese, wenn sie politisch immer wieder pauschal von "links" und "rechts" sprechen, anstatt präzise zu sagen, welche Inhaltlichen Positionen eigentlich gemeint sind. Geht es um Nationalismus, der Haltung zu
#Europa,
#Rassismus,
#Antisemitismus, soziale
#Gerechtigkeit, Nähe zu Russland, die Einstellung zu den USA, den Umgang mit dem
#Klimawandel usw. usw.? Und welche Auffassung wird zu den Themen genau vertreten?
Ist man
#Links, wenn man den Klimawandel ernst nimmt und ihm entgegenwirken will? Ist man
#rechts, wenn man die Sorgen einer Gesellschaft ernst nimmt und einen vernünftigen und nicht grenzenlosen Umgang mit
#Einwanderung für richtig hält? Ist man links, wenn man soziale Gerechtigkeit ernst nimmt und nicht einfach jedes Ausmaß sozialer Ungleichheit akzeptiert? Und gehört man, wenn man eine der vermeintlich rechten oder linken Positionen einnimmt, auch für alle anderen Themen einfach mal zu rechts oder links? Die Fragen sind rhetorisch gemeint - für mich lautet die Antwort auf alle: nein.
Was ist eigentlich mit den vielen Menschen, die zu manchen Fragen Auffassungen vertreten, die als "rechts" gelabelt werden, und in anderen Fragen solche, denen das Label "links" aufgedrückt wird?
Es wäre ein großer Schritt für die mediale und gesellschaftliche Diskussion, wenn man immer dann, wenn man zur politischen "Orientierung" links oder "rechts" sagen möchte, stattdessen den inhaltlichen Punkt formuliert. Das würde jenseits polarisierender Zuordnung für Nuancen und Differenzierungen sensibilisieren; es würde nicht mehr zuordnen und anhand von Schubladen bewerten ("Was in der "rechten" oder "linken" Schublade drin ist, muss ja falsch sein!"), sondern die inhaltliche Auseinandersetzung befördern. Es würde nicht mehr über die Bewertung von Inhalten, sondern über die Inhalte selbst gesprochen. Und wir hätten nicht nur zwei scheinbar entgegengesetzte Richtungen (wo ist eigentlich die "Mitte" geblieben?), sondern das weite Land möglicher Differenzierungen vor sich. Die Gesellschaft hält das nicht aus? Halte ich für falsch - viele wünschen sich genau das, und eine Demokratie braucht das.
Meine Vermutung? Es gäbe mit der Zeit mehr Zuhören, es gäbe mehr Verständnis für wichtige Themen, es gäbe manch Überraschung, wie gut man mit jemandem reden kann, der vermeintlich in einer anderen Schublade steckt, es gäbe weniger Frust und weniger Gift. Dafür würde sich der Versuch doch schon lohnen 😊 .
@tagesthemen @CarenMiosga @ZDFheute @MichaelBroecker @HeleneBubrowski @WDR @zeitonline @ronzheimer @robinalexander_ usw. usw.