„Der Staat kann keine Depots“ – Klingbeils Altersvorsorge-Reform scheitert schon vor dem Start
Na also. Nach 25 Jahren Riester-Desaster – dem bürokratischen Monster, bei dem Versicherer und Banken mehr verdient haben als die Sparer – hat die Bundesregierung mal wieder die große Lösung gefunden. Ab 2027 gibt’s das Altersvorsorgedepot.
Einfach. Günstig. Renditestark. ETFs statt Garantiequatsch. Der Bürger darf endlich in Aktien sparen, und der Staat fördert’s sogar. Klingt fast zu schön, um deutsch zu sein.
Und jetzt kommt der Haken.
Der Staat selbst soll ein Standarddepot anbieten. Ein billiges, staatliches Benchmark-Produkt, das die gierige Privatwirtschaft unter Druck setzen soll. Klingbeils großes Druckmittel gegen die Finanzindustrie.
Nur ein kleines Problem, der Staat kann keine Depots führen.
Ja, richtig gelesen. Der selbe Staat, der bei jedem Handwerker mitregiert, der Steuern bis auf den letzten Cent eintreibt, der Sozialabgaben verwaltet und der sonst bei jedem Furz eine neue Behörde gründet – der kann ausgerechnet kein Wertpapierdepot für seine Bürger betreiben. Technisch zu kompliziert. Rechtlich unklar.
Organisatorisch ein Albtraum. Wenige Monate vor dem geplanten Start fehlen noch zentrale Entscheidungen.
Wie immer.
Die Regierung verkauft den Leuten seit Monaten „endlich ein einfaches, staatlich gefördertes ETF-Depot“. Und hinter den Kulissen heißt kleinlaut:
„Äh… wir kriegen das selbst nicht hin. Macht ihr Privaten das mal selber.“
Riester 2.0 mit neuem Etikett und derselben alten Inkompetenz. Statt die Finanzindustrie wirklich zu zwingen, günstig zu sein, gibt man ihnen wieder das Feld frei – nur dass diesmal alles „Altersvorsorgedepot“ heißt und man in ETFs investieren darf (falls man den Antrag richtig ausfüllt und die Zulage nicht wieder irgendwo versackt).
Wir haben ein Rentensystem, bei dem der Staat 18,6 % vom Bruttolohn abzieht und trotzdem nicht reicht.
Wir zwingen die Leute, privat draufzulegen und bauen ein Fördersystem, das so kompliziert ist, dass es die meisten überfordert.
Anschließend „reformieren“ wir es – und selbst beim Versuch, es einfacher zu machen, scheitert der Staat an der einfachsten Aufgabe: ein Depot zu führen.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Klingbeil. Sie haben es geschafft, aus dem größten Vorsorge-Flop der Republik einen noch größeren zu machen – bevor er überhaupt gestartet ist.
Spar weiter brav. Zahl deine Beiträge. Und wenn du Glück hast, darfst du in ein paar Jahren in ein Depot einzahlen, das der Staat selbst nicht führen will.
Aber keine Sorge – die Banken freuen sich schon auf die neuen, staatlich geförderten Gebühren.
Willkommen in Deutschland. Hier scheitert selbst der Staat am Staat.
(Und ja, der Artikel ist frei erfunden – aber die Realität ist noch absurder.)
#Altersvorsorgedepot #RiesterReform #Klingbeil