📊 Global Financial Centres Index: Europa unter Druck, Frankfurt bleibt führend in der EU
Der Finanzplatz Frankfurt behauptet im aktuellen Ranking der Z/Yen Group seine Position als führender Finanzplatz in der EU. Wir verlieren dennoch 13 Punkte und 3 Ränge. Im Ranking stark verbessert sind: Luxemburg (Rang 16 nach 19, Minus 7 Punkte) und Amsterdam (Rang 20 nach 26; Minus 4 Punke).
Besonders deutlich wird eine strukturelle Schwäche: Die Bedeutung der EU sinkt. Ein Phänomen, das fraglos auch über die Finanzplätze hinaus zu beobachten ist. Nahezu alle Finanzzentren in der EU haben im aktuellen Rating verloren – Ausnahmen sind Madrid und Budapest. Das verdeutlicht, dass es sich weniger um eine Verschiebung innerhalb Europas als vielmehr um einen generellen Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Finanzplätze handelt. Insgesamt ist das durchschnittliche Rating westeuropäischer Standorte um 1,6 % gesunken.
Im aktuellen Index haben sich drei Finanzplätze vor Frankfurt geschoben: Zürich (Rang 11 nach 16), Boston (Rang 13 nach 17) und Tokio (Rang 10 nach 15).
Ein genauerer Blick zeigt ein insgesamt sehr volatiles Bild für die Top 5 - 20 internationalen Finanzplätze, während die Plätze 1 - 5 unverändert geblieben sind. Auffällig ist, dass die Punktzahlen (=Rating) bei den Top 5 nahezu unverändert sind, während sie bei den folgenden Finanzplätzen meist rückläufig sind. Das Ranking wurde daher eher durch das Ausmaß des rückläufigen Ratings beeinflusst.
Zu den großen Gewinnern im Ranking gehören die Finanzplätze in Asien, allen voran Shanghai (Rang 6 nach 8; Minus 8 Punkte, 2 Plätze), Tokio (Rang 10 nach 15; Minus 5 Punkte, 5 Plätze) und Seoul (Rang 8 nach 10; Minus 8 Punkte, 5 Plätze), sowie den USA, die mittlerweile 1/3 aller Finanzplätze unter den Top 15 stellt. Neben New York auch San Francisco, Chicago, Boston und Los Angeles. Aus China finden sich 3 Finanzzentren unter den Top 15 (Hong Kong (Rang 3), Shanghai (Rang 6), Shenzen (Rang 9). Mit Hong Kong (Rang 3), Singapur (Rang 4), Dubai (Rang 7) und Zürich (Rang 11)) sind die klassischen Off-shore Finanzzentren sehr stark vertreten.
Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, braucht es jetzt entschlossene wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene. Ziel muss es sein, die Attraktivität des Standorts Europa insgesamt zu stärken – denn der Wettbewerb findet global statt.
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