Wandertipp im Forststeiggebiet zum Samstag
Mein absoluter Favorit im Forststeigrevier ist die Strecke vom Fuchteich bis zur Elbe herunter, immer auf der Grenze entlang, egal, ob dort ein offizieller Weg ist. Auf Teilen der Strecke führt der Forststeig Elbsandstein darauf entlang. Nahe der Elbe, wo es auf kurzer Strecke ein ziemliches Gefälle gibt, wird es etwas kribblig, das werde ich morgen beschreiben. Heute der erste Teil, vom Fuchsteich zum Hühnerberg. Dort führt ein unscheinbarer Pfad entlang, bis auf dem Hühnerberg der Forststeig erreicht wird.
In der Coronazeit, als die Grenze geschlossen war und diese elendige und unverständliche 15-km-Ausgangssperrenregel nicht mehr galt, konnte man wieder auf dem Forststeig wandern. Man legte damals eine Umleitung des Forststeiges genau auf diesem Pfad an, um den Teil des Forststeigs auf tschechischen Territorium zu umgehen. Befand man sich nur in der Gegend der Grenze, bekam man gleich eine SMS aufs Händy: "Die Bundesregierung: Willkommen! Bitte beachten Sie die Test/Quarantäneregeln!". In dieser Zeit sah man dort auch Bundespolizei patrouillieren, die man sonst nie sieht, auch jetzt bei den Grenzkontrollen nicht.
Hinter dem Fuchsteich, der im 16. Jahrhundert zur Holzflößerei angelegt wurde, beginn an der Grenze der unauffällige Pfad. Er führt auf der Grenze entlang, bis der Striebsbrunnenbach (Studniční potok), der nun die Grenze bildet, erricht wird. Dieser Bach entspringt am Hühnerberg. 50 Höhenmeter tiefer und einige hundert Meter weiter mündet er in den Fuchsbach, der in den Cunnersdorfer Bach mündet. Dann geht es in die Biela und die Elbe und irgendwann ist das Wasser von hier oben in der Nordsee angelangt.
Die Strecke auf der Grenze am Striebsbrunnenbach ist eine meiner Lieblingsstrecken, weil sie einfach so schön ist.
Über den Hühnerberg verläuft genau die Grenze, die mit 488 m höchste Stelle liegt in Böhmen. Witzigerweise hat der Hühnerberg keinen tschechischen Namen, er heißt auf Tschechisch auch schlicht "Hühnerberg". Nicht weit vom Gipfel entfernt befindet sich das ehemalige barocke Jagdschloss Christianenburg (Kristin Hrádek), das 1734 der Grundbesitzer Graf Johann von Thun errichten ließ, heute Hotel.
Die Namen in der Gegend sind übrigens ganz lustig. Es gibt den Fuchsteich, den Hühnerberg, den Taubenteich und den Viehsterbeberg. Wer weiß, was diese Namen alles erzählen könnten, wenn man tiefer gräbt.
Man kommt in diese Gegend gut aus drei Richtungen: Rosenthal, Cunnersdorf, oder aus Böhmen. Ich bin bei dieser Wanderung von Böhmen gekommen, hatte das Auto an der Straße unter dem Hohen Schneeberg abgestellt.
Natürlich kann man auch nach Rosenthal mit dem Bus fahren und dann herunter zur S-Bahn in Schöna laufen. Da hat man dann alle drei Teilstrecken, die ich hier vorstelle, die von gestern, die heutige und die von morgen, in einem Ruck erledigt.
Die Wanderung machte ich am 22. Juni 2023.
Ich werde heute und in den nächsten Tagen einige meiner Liebelingswanderwege in der Forststeigregion vorstellen. Heute eine Wanderung, bei der ich mein Auto in Maxdorf (Maxičky) abgestellt habe. Es ging dann zum Böhmischen Tor, hinter dem sich der Aufstieg zum Großen Zschirnstein auf sächsischer Seite befindet, den ich damals aber ausließ. Scharf links auf den Grenzweg abgebogen, auf dem über einige Kilometer der Forststeig verläuft. Für mich eine der schönsten und definitiv abgelegensten Strecken des Forststeigs Elbsandstein. Es ging bis zum Krippenbachtal, dann wieder links nach Böhmen, den Krippenbach auf böhmischer Seite wieder zurück nach Maxdorf.
Hier nun der Grenzweg (links oben). An dem Pfeiler der deutschen demokratischen Grenzschilder befindet sich die gelbe Forststeigmarkierung. Rechts oben, der Krippenbach ist erreicht. Die Grenze nach Böhmen verläuft über den Steg. Links Böhmen, rechts Sachsen. Geht man, bevor es nach Böhmen abbiegt, noch ein Stück den Weg weiter, steht dort eine imposante Felswand. Die Wand gehört zu Böhmen, die Grenze verläuft unmittelbar davor (linksunten). An der Wand wachsen eigenartige Bäume, die den Eindruck vermitteln, als wäre hier ein Urwald. Dabei wurde lediglich vor Zeiten Samen in die Wand getragen, in der der der Baum wuchs und mit steigendem Gewicht in Schneckentempo abkippte, aber immer noch hält. Ist ja auch geschützt hier, Sturm ist hier kaum zu erwarten.
Die Wanderung unternahm ich am 10. Juni 2022.