Grün und Blau sind gekommen aus Galizien nach Wien. Sie haben aufgemacht ein Geschäft en Gros und im Detail. Das Geschäft floriert viele Jahre lang. Eines Tages wird Grün krank, sehr krank. Der Arzt konstatiert eine schwere Vergiftung. Grün wird sterben müssen.
Grün lässt seinen Kompagnon Blau kommen:
»Blau, es geht mit mir zu Ende. Nein, sag nichts, ich weiß, ich werde sterben müssen. Doch bevor ich sterbe, möchte ich mein Gewissen erleichtern. Ich muss dir machen ein Geständnis: Seit vier Jahren bestehle ich deine Kasse!«
»Grün, das ist die schwerste Stunde, die du heute durchmachst. Deshalb will ich dir verzeihen.«
»Blau, das ist noch nicht alles. Ich muss dir machen noch ein Geständnis: Seit drei Jahren hab ich ein Verhältnis mit deiner Frau!«
»Grün, Grün, unwahrscheinlich, welches Inventar du mir heute aufmachst. – Aber auch das will ich dir verzeihen!«
»Blau, das ist aber noch nicht alles: Dein Sohn Benjamin ist nicht von dir, der ist von mir!«
»Grün, was für eine Lebensbilanz! – Aber wenn du treten wirst vor deinen Gott, so sollst du nicht sagen, dein Freund Blau war ein schlechter Mensch. Ich verzeihe dir!«
Da bäumt sich Grün mit letzter Kraft auf und ruft:
»Blau, was bist du für ein gütiger, was bist du für ein unglaublich guter Mensch, dass du alles verzeihst?!«
»Nu, nebbich, wer, glaubst du, hat dich vergiftet?«