Ein Foto zeigt immer nur eine dreißigstel Sekunde, einen Wimpernschlag. Ich weiß nicht, wie genau es zu diesem Bild gekommen ist. Was ich weiß, ist, warum es viral geht: Das Foto drückt eine demokratische Normalität zwischen AfD und CDU aus, die sich Millionen Menschen wünschen, um endlich aus linker, zerstörerischer Politik befreit zu werden – mit den Mehrheiten, die es im Land gibt. Es geht hier nicht um Sachsen-Anhalt, sondern um grundsätzlichen Umgang miteinander. Dieses herzliche Foto ist für viele Menschen eine Sehnsucht und damit für die Linken (und ihre angeschlossenen Journalisten) intuitiv eine Bedrohung. Deswegen geht es durch die Decke und überlagert alles, was die CDU eigentlich heute beim Parteitag besprechen wollte.
Ein mutiger Moment, der das Land verändern könnte. Guido Heuer, Fraktionschef der CDU in Sachsen-Anhalt, zeigt auf einer Wahlkampfveranstaltung Schulter an Schulter mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund demonstrativ, was er von der Brandmauer hält: gar nichts. Heuer ruft: "Das ist keine Brandmauer. Hört doch mal auf!“ Das Foto erscheint pünktlich zum heutigen Wahlparteitag der CDU in Sachsen-Anhalt, bei dem Friedrich Merz schon gar nicht mehr auftritt. Offenkundig glaubt die eigene Partei dem Kanzler nicht mehr, dass die AfD - wie Merz kürzlich behauptet hat - in der Tradition des Holocaust stehen würde. Der Osten wird im September die herrschenden Verhältnisse wegwählen und wegfegen.
Foto: Christian Schroedter