Ist man nach ein paar Stunden Instagram oder TikTok schon psychisch krank? Natürlich nicht. Das individuelle Risiko von Social Media ist klein - aber nicht trivial klein.
Auf der Ebene der Gesamtbevölkerung bedeutet das kleine individuelle Risiko eine bedeutende Risikoexposition. In der öffentlichen Debatte dazu wird das Risiko aber nach wie vor verharmlost.
Zum Beispiel bei der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen EKKJ.
Die EKKJ hat ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie sich gegen Social-Media-Verbote ausspricht. Diese Position kann man vertreten.
Die Analyse der EKKJ in ihrem Positionspapier ist aber umfassend fehlerhaft. Das Papier enthält viele empirisch falsche Behauptungen: Inhalte diverser Studien werden komplett falsch wiedergegeben, und es wird sogar eine Studie zitiert, die seit Jahren wegen Mängeln zurückgezogen wurde.
Ich verstehe den Reflex, dass man gegen zu drastische Eingriffe ist. Daraus darf sich aber nicht eine verzerrte Sicht auf die Natur von Social Media ergeben.
Social Media ist ein psychologisch optimiertes System für die Bereitstellung intensiver Stimuli, die User Engagement maximieren. Negative Effekte auf psychische Gesundheit und kognitive Funktionen sind ein einkalkulierter Kollateralschaden dieses Geschäftsmodells.
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