Guten Morgen Dienstag.
Heute musst du nichts übergehen,
nur weil es dich berührt. Nicht die Erinnerung, nicht das Bedürfnis und auch nicht das, was sich heute
vielleicht erst einmal wie Müdigkeit oder Zögern zeigt, bevor es seinen eigentlichen Sinn offenlegt.
Es ist ein Tag, der weicher ist und zugleich ernster. Nicht unklar und auch nicht schwach.
Eher so, als würde etwas in dir
heute genauer spüren, wo du Schutz brauchst, wo du Kraft verlierst und wo etwas nur dann wirklich beginnen kann,nwenn es auch in dir
ankommen darf.
Vielleicht spürst du heute, dass am Morgen noch ein leiser Zweifel mitschwingt. Ob genug da ist, ob du genug da bist und ob das, was dich ruft, wirklich getragen werden kann.
Dies passierte nicht dadurch, dass du härter wirst. Sondern dadurch, dass du ehrlicher wirst mit dem, was dich nährt und was dich ausleert.
Später wird alles klarer, nicht lauter, nur stimmiger. Der Kopf und das Gefühl finden heute leichter zueinander, wenn du nichts erzwingst.
Wenn du nicht gegen das arbeitest,
was du längst spürst. Wenn du zulässt, dass Fürsorge heute keine Schwäche ist, sondern die Form,
in der Wahrheit tragfähig wird.
Nicht alles sofort leisten, nicht alles sofort abfangen und nicht alles sofort
in Disziplin übersetzen, nur damit es wieder nach Stärke aussieht.
Manches will heute nicht bewiesen werden.Nur verlässlich gefühlt und würdig getragen.
Im Körper, im Erinnern und im inneren Ja zu dem, was du nicht mehr gegen dich selbst aufrechterhalten musst.
Ich wünsche dir einen Dienstag, an dem du nichts übergehst, nur damit es wieder nach Funktionieren aussieht. Sondern still genug bleibst,
um zu merken, wo etwas in dir nicht empfindlicher, sondern wahrhaftiger,
weicher und tragender werden will.
Die Schattenchronistin