Nur drei der achtzehn Kabinettsmitglieder haben ernsthafte exekutive Vorerfahrungen.
"SPD-Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali Radovan, sitzen erst seit fünf Jahren im Bundestag. Über eine Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst verfügt die 36-jährige Bachelor-Politologin nicht. Aber jetzt leitet sie ein Haus mit 1200 Mitarbeitern – ganz zu schweigen von den 24 000 Beschäftigten der bundeseigenen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.
Die 39-jährige Verena Hubertz, ebenfalls erst seit 2021 Abgeordnete, hatte mit dem Thema Wohnungsbau keine erkennbaren Berührungspunkte, bevor sie im vergangenen Jahr Bundesbauministerin wurde. Ihre Wirtschaftserfahrung verdankt die Sozialdemokratin «Proteinmaultaschen im Manti-Style» und «gebackenen Balsamico-Erdbeeren» – sie gründete vor Jahren ein Online-Startup für Kochrezepte.
Von Umweltminister Carsten Schneider wiederum ist nicht überliefert, dass er sich in der Vergangenheit übermässig intensiv mit ökologischen Fragen beschäftigt hätte. Aber es sollte eben ein altgedienter ostdeutscher SPD-Abgeordneter ins Kabinett – auf welchem Posten auch immer"
Quelle: NZZ
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Ein System, das derart Unqualifizierte auf solche Posten hebt, ist ein kaputtes System. Es ist genau das Problem, das ich auch in meinem Buch "Inside Bundestag" beschreibe.
Und die Quelle all dieser Probleme sind die Parteien und die Parteistrukturen. Solange die sich nicht ändert. ändert sich auch unsere Politik nicht. Weil nie die Fähigen nach oben kommen, sondern die mit den besten Netzwerken.