Weil es mindestens *eine* Person nicht verstanden hat mal die Kalkulation für Ionity anhand öffentlicher Daten von Freifunk München:
charging.awlnx.space/?provid…
Hier werden aktuell 499 Ladepunkte von IONITY getrackt und eine zeitliche Auslastung von 12,5% wird gemessen. Das sind genau 3h pro Tag, die ein Auto an einem Ionity Ladestecker hängt.
Da die Ladestandorte überwiegend entlang der Fernstraßen positioniert sind, kann man folgende Annahmen treffen:
- Warmer Akku
- Niedriger Ladestand beim Anstecken
> Daraus folgt eine hohe durchschnittliche Ladeleistung. Ich würde also mal tatsächlich die typischen 20-80% Ladungen in 30 Minuten annehmen bei 75kWh Akkukapazität, also 45kWh in einer halben Stunde bzw. 90kW Ladeleistung im Mittel.
Das macht 270kWh, die Ionity am Tag pro Ladepunkt verlädt.
Vielleicht liege ich auch falsch mit dem, was ich unserer Flotte zutraue und nur Porsche Taycan. Smart #5, Lucid Airs und die Elektrotrucker laden bei Ionity und wir erreichen 200kW Laderate. Dann wären es 600kWh am Tag.
Bei 270kWh am Tag pro Ladepunkt verrechnet auf einen Ladepark mit 8 Ladepunkten und 1,6MW Anschlussleistung komme ich auf 35ct pro kWh Netto für Strom, Umlagen, Stromsteuer, Netzentgelt und Wandlungsverlusten.
Mit 600kWh komme ich auf 30ct pro kWh Netto.
Der Ladepark sollte Errichtungskosten von etwa 576.000€ haben (288.000 für die Ladesäulen, nochmal 288.000 für Baukostenzuschuss, Trafo, Tiefbau, Beschilderung, ...).
Säulen haben eine Abschreibung von 10 Jahren, angenommen man besitzt das Grundstück, würde man den Rest auf 30 Jahre abschreiben. Pro Jahr kommt das auf 38.400€ für die Abschreibung.
Pro Ladepunkt nochmal 1.500€ für Wartung, Backend, Abrechnung, Reparaturen, Jährliche Prüfung, Eichamt, ... ja ist zu wenig aber wir nehmen das mal weiter an... sind nochmal 12.000€.
Zusammen muss der Ladepark im Jahr also 50.400€ an Fixkosten wieder reinholen.
Verteilt auf die 788.400 kWh bei 270kWh/Tag (bzw. 1.752.000kWh bei 600kWh/d) kommen wir auf einen Fixkostenanteil pro kWh von 6,4ct/kWh bzw. 2,9ct/kWh.
Der THG Erlös senkt die Kosten um 4ct.
Im Szenario mit 270kWh pro Ladepunkt und Tag hat Ionity 35ct Strombeschaffung 6,4ct Fixkostenbeitrag - 4ct THG = 37,4ct Netto an Kosten, das sind 44,5ct mit Umsatzsteuer.
Bei 600kWh sind es 30ct Strombeschaffung 2,9ct Fixkosten - 4ct THG = 28,9ct Netto an Kosten, Brutto 34,4ct.
Der echte Ionity Ladepreis von 39ct Brutto plus 99€ Jahresabo bei 3.000kWh Jahresbedarf für 15.000km Jahresfahrleistung kommt pro kWh auf 42,3ct.
Insofern: Ist Ionity jetzt ein Samariter? Wohl kaum. Im Schnitt wird dort nicht jeder für 39ct laden. Der Durchschnittspreis pro kWh wird daher höher liegen.
Ich vermute daher, dass Ionity an seinen Ladesäulen heute kein Geld verliert, das gleiche lässt sich allerdings nicht auf andere CPOs übersetzen, denn deren Auslastung ist niedriger und auch die Ladeleistung der Autos an den Säulen wird niedriger ausfallen.
Aber schaut es euch im Charging Tracker selbst an:
- ALDI Süd 11,1%
- EnBW 8,2%
- MER 6,9%
- JET Strom 6,6%
- E.ON 6,2%
- Aral pulse 5,8%
- Pfalzwerke 5,3%
- TEAG 4%