🇩🇪 DU WANDERST AUS UND BEKOMMST PANIKATTACKEN!
Was machst du, wenn du plötzlich Angstzustände bekommst, alles hinschmeißen willst und zurück nach Deutschland musst?
Mir ist das passiert.
Ich wollte mit dem Rauchen aufhören. Klingt harmlos. Ist es auch, wenn du es richtig machst. Ich hab es nicht richtig gemacht.
Ich bin in eine Apotheke in Bangkok, hab nach Nikotinpflastern gefragt und wurde beraten. Falsch beraten. Die haben mir ein Pflaster gegeben, das für Leute gedacht ist, die eine Schachtel am Tag rauchen. Schwer abhängig. Ich hab vielleicht drei, vier Zigaretten am Tag geraucht.
Das Pflaster hat mir die 18-fache Dosis reingedrückt, die mein Körper gewohnt war.
Und jetzt wird es wissenschaftlich, weil das erklärt, warum die nächsten Tage die Hölle waren.
Nikotin dockt an die Acetylcholin-Rezeptoren in deinem Nervensystem an. Normale Dosis: Dopamin-Schub, Fokus, kurze Entspannung. Aber wenn du dein Nervensystem mit der 18-fachen Menge flutest, passiert das Gegenteil. Dein sympathisches Nervensystem dreht komplett hoch. Fight-or-Flight. Dauerhaft. Ohne Pause.
Angstzustände. Panikattacken. Herzrasen. Atemnot. Gedankenspiralen. Du schaust in den Spiegel und findest dich hässlich. Dein Selbstwert zerfällt in Echtzeit. Dein Gehirn produziert Cortisol im Überfluss und Dopamin geht auf null.
Ich wusste das alles nicht. Ich dachte, es ist Burnout.
Weil zeitgleich alles zusammenkam. Ein Brief vom Finanzamt. Content-Deadlines. YouTube-Projekte. Fehler in laufenden Projekten. Ich hatte die Tage vorher durchgearbeitet und dachte, mein Körper zieht die Reißleine.
Ich wollte alles schmeißen. Accounts schließen. Aufhören mit X.
Und wisst ihr, was das Schlimmste war? Nicht die Panik. Nicht die Atemnot. Nicht das Gefühl, zu scheitern.
Das Schlimmste war der Gedanke, zurück nach Deutschland zu gehen. 9-to-5. Wieder in ein System, das ich verlassen habe, weil ich wusste, dass es mich kaputt macht.
Jeder Unternehmer kennt diesen Moment. Wenn du einmal die andere Seite gesehen hast, wenn du einmal frei warst, dann ist der Gedanke an Rückkehr schlimmer als jede Krise. Danach bist du gebrochen.
Meine Angst war nicht, krank zu werden. Meine Angst war, zurückzugehen.
Also hab ich wieder zur Zigarette gegriffen. Pflaster ab. Und am nächsten Morgen stehe ich auf und merke, wie es mir plötzlich besser geht.
Mittags gehe ich runter zum 7-Eleven, hole mir einen Kaffee. Stehe in der Schlange an der Kasse und denke mir: Wie kann es sein, dass ich seit Tagen durch die Hölle gehe, und auf einmal ist alles wieder normal?
Da hat es klick gemacht. Nikotinpflaster. Ich google die Nebenwirkungen und da stehen sie. Alle. Jedes einzelne Symptom, das ich hatte.
Angst, Panik, Atemprobleme, Selbstwertprobleme, depressive Verstimmung — alles dokumentierte Nebenwirkungen einer Nikotin-Überdosis.
Ich war nicht am Burnout. Ich hab mich selbst vergiftet.
Die Erkenntnis hat mich zwei Dinge gelehrt. Erstens: Deine mentale Verfassung hängt brutal an deiner körperlichen Gesundheit. Du kannst der härteste Unternehmer sein — wenn deine Biochemie gegen dich arbeitet, gewinnst du nicht.
Zweitens: In solchen Druckmomenten wird dir glasklar, was du willst und was du auf keinen Fall willst. Es war die Hölle. Aber es war auch ein Geschenk. Jetzt weiß ich genau, was meine tiefste Angst ist. Und ich weiß genau, was ich will.
Und es ist nicht Deutschland.
Und an euch: Jeder von euch trägt sein eigenes Gepäck. Ob es ein Trade ist, der gegen dich läuft. Ob es private Probleme sind, Familie, Arbeit, Gesundheit. Wir reden hier jeden Tag über Charts und Märkte, aber am Ende zählt nur eins: Hör auf deinen Körper. Wenn er dir sagt, dass etwas nicht stimmt, dann ignorier das nicht. Ich hab es ignoriert und fast alles hingeschmissen, was ich mir aufgebaut habe. Wegen einem Pflaster.
Passt auf euch auf. ❤️🩹
PS: Keine Sorge, mir geht es wieder besser! 🤝
PPS: Sorgen sind individuell - Es gibt jede Menge Unternehmer die nach dem Auswandern wieder zurückgekommen sind, dass ist vollkommen okay und auch richtig. In meiner Story geht es um Sorgen die jeder Mensch anders interpretiert - Bitte habt davor Respekt!