Jetzt wird's interessant – und du verrätst dich selbst. Du springst von „nutzlosen Gütern" (ein Geschmacksurteil über fremde Käufe) zu „Lebensgrundlagen werden zerstört" (ein objektiver Schaden). Zwei verschiedene Dinge. Beim ersten bleibst du beim Geschmack. Beim zweiten hast du recht, dass es einen Maßstab gibt – also reden wir über Ursache und Heilung.
Umweltzerstörung ist fast immer ein Problem fehlender Eigentumsrechte, nicht des Profits. Zerstört wird, was niemandem gehört: die offene Fischerei, die Atmosphäre, der herrenlose Wald, der Fluss, in den jeder kippt. Tragik der Allmende. Wo Ressourcen jemandem gehören, hat der Eigentümer jedes Interesse, ihren Kapitalwert zu erhalten – der Waldbesitzer forstet auf, die private Fischerei wird nicht ausgerottet, das Rind war nie gefährdet, der Bison schon. Profit zerstört dort, wo er gerade nicht hinreicht – wo Kosten auf eine herrenlose Allmende abgewälzt werden.
Das Problem heißt Externalität. Und die Antwort ist nicht „kein Profit", sondern: dem Verursacher die Kosten auferlegen – Haftung, Eigentumsschutz, handelbare Rechte. Früher stoppten Gerichte Verschmutzer per Nachbar- und Eigentumsrecht – bis der Staat diesen Schutz aushebelte und Verschmutzungslizenzen ausgab, um „Fortschritt" zu fördern. Wieder der Staat als Ermöglicher.
Und die Bilanz ist eindeutig: Die reichsten Marktwirtschaften haben die saubersten Flüsse, die beste Luft und forsten wieder auf (Umwelt-Kuznets-Kurve). Die größten ökologischen Katastrophen lieferte die zentrale Planung – Aralsee, sowjetischer und chinesischer Industrie-GAU – genau dort, wo es kein Eigentum und keine Gewinn-/Verlust-Rückkopplung gab, nur Plansoll.
Wenn dir irreversible Zerstörung also ehrlich wichtig ist, ist dein Gegner die unbepreiste Allmende und der Staat, der das Abwälzen lizenziert – nicht der Profit. Heilung: Eigentum und Haftung in die Allmende ausweiten, damit Zerstörung sich nicht mehr lohnt. Echte Preise lösen das, nicht ihr Verbot.