Ich bin Tierlieb.
Ich esse Fleisch.
Wie kann ich beide miteinander rechtfertigen?
Wie kann ich überhaupt rechtfertigen Tiere zu essen?
Bei all den Diskusionen und Argumenten über Veganismus habe ich immer ein einfaches Argument vermisst.
Es ist mir einfach egal.
Ich bin nur ein Mensch.
Ich bin weder perfekt, noch bin ich eine heilige.
Niemand hat das Recht, von mir zu verlangen moralisch korrekt zu sein.
Ich darf Fehler machen.
Ich darf schlechte Entscheidungen treffen.
Ich darf egoistisch handeln.
Ich darf einfach Mensch sein.
Ist es kein Wiederspruch, wenn ich am Nachmittag auf einer Weide eine Kuh streichel und mir Abends ein Steak gönne?
Joa
Ist mir aber egal!
Würdest du auch dein eigenes Haustier essen?
Nö, ich hab auch keine Haustiere.
Wiederspruch? Vielleicht.
Ist mir aber auch egal.
Es geht in der Diskusion doch einfahc nur darum, wer ist ein guter Mensch?
Wer Tiere isst, ist ein Schlechter Mensch.
Selbst wenn: Na und?
Freie Meinung, freies denken beinhaltet auch, das ich bewusst unmoralische Entscheidungen treffen darf.
Ich muss mich nicht für meine Entscheidung Fleisch zu essen rechtfertigen.
Niemand muss sich für seine Ernährung rechtfertigen, auch keine Vegeratier oder Veganer.
Wenn wir uns selbst leugnen und auf Zwang versuchen zu moralisch korrekten Menschen zu machen, um in das angenehme Klima zu passen, dann verlieren wir vor allem uns selbst.
Wir passen uns einer Idee von Moralismus an, der mit Humanitismus und Menschenwürde nichts mehr zu tun hat.
Wir werden programmierbar, Formbar. Wir sind kein eigenständiger Mensch mehr, wir sind ein Fehler, der korregiert gehört.
Und ich weigere mich, ein Fehler zu sein.
Ich bin ein Mensch.
Ich bleibe ein Mensch.
Mit Stärken, Schwächen, guten wie negativen Eigenschaften und manchmal einfach unvernünftig und egoistisch.