8. Juni 2026
SZ am Morgen
Die wichtigsten Nachrichten des Tages
Nicolas Richter
Nicolas Richter
Ressortleiter Politik
Guten Tag,
zum Beginn der Woche gibt es eine Geschichte, die Mut macht – die Geschichte von Alexander Zverev, dem deutschen Tennisspieler. 41 Mal ist er in seiner Karriere bei den wichtigsten Turnieren angetreten, den sogenannten Grand-Slam-Turnieren, aber immer ging er ohne Trophäe nach Hause. Bis es am gestrigen Sonntag doch geklappt hat: Mit Beharrlichkeit, Fleiß und Leidenschaft hat sich Zverev am Ende durchgesetzt und seine Karriere mit einem Turniersieg in Paris gekrönt. Er wird, so kommentiert es SZ-Reporter Gerald Kleffmann, nie wieder der Unvollendete sein.
Vielleicht macht diese Geschichte auch dem Kanzler Mut: In dieser Woche trifft sich Friedrich Merz mit seinen Koalitionspartnern sowie den Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Gipfel. Für die anstehenden Reformen will er möglichst breiten Rückhalt gewinnen. Und er übt sich schon mal darin, die Deutschen aufzuheitern. Als er am Wochenende beim Landesparteitag der CDU in Mecklenburg-Vorpommern sprach, verwendete er einen Satz, der von Angela Merkel in Erinnerung geblieben ist: „Wir schaffen das.“
Selten in der jüngeren Vergangenheit konnten die Deutschen etwas Aufmunterung so gut brauchen. Und auch der Kanzlerpartei können Motivationsreden nicht schaden: Wenn die CDU im September noch gewinnen will bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, dann braucht sie einen geradezu Zverev'schen Durchhaltewillen.
Ob derweil noch mit guten Nachrichten aus dem Nahen Osten zu rechnen ist? Im Moment werden Hoffnungen auf Frieden meist enttäuscht. Am Sonntagabend griff Iran zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Israel mit Raketen an, diese wurden von der Luftabwehr abgefangen. Israel reagierte seinerseits mit Angriffen.
Zuvor hatte Israel erstmals seit Vorstellung eines US-Waffenstillstandsplans wieder Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen, worüber US-Präsident Donald Trump nach eigenen Worten nicht glücklich war. Trump, der den Iran-Krieg begonnen, aber die Kontrolle über ihn verloren hat, kann offenbar nur noch hoffen, den Konflikt irgendwie zu beenden.
Kommen Sie gut in die neue Woche!
Nicolas Richter
Ressortleiter Politik
Autor:innen-Seite auf sz.deProfil auf Plattform XE-Mail an Autor:in
Folgen Sie mir.
PS: Möchten Sie mehr von der SZ in Ihren Google-Suchergebnissen sehen? Dann legen Sie die SZ jetzt bei Google als bevorzugte Quelle fest.
ANZEIGE
Anzeige
Was heute wichtig ist
Israel und Iran greifen sich gegenseitig an
Als Reaktion auf iranischen Raketenbeschuss am Abend, greift Israels Militär Ziele in Iran an. Es ist das Ende der im April vereinbarten Waffenruhe. US-Präsident Trump ist darüber „nicht glücklich“. Für den israelischen Premier Netanjahu könnte die Eskalation im Wahlkampf nützlich sein.
Zum Artikel
Liveblog zum Krieg in Nahost
Israels Militär bestätigt Angriffe auf Ziele in Iran
Europäer und Ukraine fordern Putin zu Verhandlungen auf
In London haben sich Bundeskanzler Merz, der britische Premier Starmer und der französische Präsident Macron mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskij getroffen. Sie haben Kremlchef Putin zu einer sofortigen Waffenruhe aufgefordert, Ausgangspunkt soll die derzeitige Frontlinie sein. Sie nennen fünf Voraussetzungen.
Zum Liveblog zum Krieg in der Ukraine
Junge Männer im Krieg
Er rettet Zivilisten von der Front in der Ukraine
French Open: Zverev krönt sich zum Grand-Slam-Sieger in Paris
Im 41. Anlauf gewinnt Tennisprofi Alexander Zverev seinen ersten Grand-Slam-Titel. Im dramatischen Finale der French Open besiegt der Deutsche den Italiener Flavio Cobolli in fünf Sätzen – und erlöst sich damit selbst.
Zum Artikel
Meinung
Triumph
Alexander Zverev ist jetzt nie mehr der Unvollendete
Warum Xi Jinping nach Nordkorea reist
Zum ersten Mal seit 2019 besucht Chinas Staatschef Xi Nordkorea. Es ist seine erste Auslandsreise in diesem Jahr. Der Besuch ist ungewöhnlich: Die Beziehungen zwischen China und Nordkorea sind weit weniger freundschaftlich, als es nach außen wirkt.
Zum Artikel
Meinung
Asien
Xis Besuch in Nordkorea ist eine Machtdemonstration
Sachsen: CDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl ganz knapp gegen Rechtsextremen
Mit nur acht Stimmen Vorsprung hat CDU-Kandidat Marcus Hoffmann das Bürgermeisteramt in Aue-Bad Schlema gegen den Kandidaten der rechtsextremen „Freien Sachsen“, Stefan Hartung, gewonnen. Hartung war lange NPD-Funktionär.
Zum Artikel
Wahl in Armenien: Regierungschef Paschinjan liegt klar vorne
Der Wahltag ist überschattet von Bombenalarm, Sprengstoffdrohungen und Festnahmen. Regierungschef Paschinjan will das Land zum EU-Beitritt führen, prorussische Oppositionspolitiker wollen das verhindern.
Zum Artikel
Weitere wichtige Themen:
München
Nach Feueralarm: Flughafen München nimmt Betrieb wieder auf
Naturkatastrophe
Nach schwerem Erdbeben auf den Philippinen: Behörden warnen vor Tsunami
Hauseinsturz in Görlitz
Verdacht auf Sprengstoff-Explosion – zwei Männer festgenommen
SZ Pro
Die Fachbriefings von SZ Dossier
Dossier Digitalwende
Australien zieht erste Lehren aus dem Social-Media-Verbot
Eine Social-Media-Altersgrenze lässt einige Probleme unberührt: Zu diesem Schluss führt eine erste Bilanz des australischen Verbots. Deshalb nimmt Canberra inzwischen die Architektur der Plattformen ins Visier. Auch wichtig: Das Bildungsministerium ist federführend für die digitale Kompetenzoffensive zuständig.
Zum Briefing
Dossier Geoökonomie
Die Krise ist auch eine Managerkrise
Deutschlands Wirtschaft kommt auch wegen ihrer Topmanager nicht voran, sagt der international erfahrene Headhunter und Personalberater Kaan Bludau im Gespräch mit SZ Dossier. Er spricht von Selbstzufriedenheit, Fehlentscheidungen und fehlender Verantwortung. Besonders in der Autoindustrie zeigt sich, wie Arroganz der deutschen Wettbewerbsfähigkeit geschadet hat.
Zum Briefing
Alle SZ Dossier-Fachbriefings
ANZEIGE
Anzeige
SZ Plus
Das haben Sie vielleicht verpasst
Exklusiv
TSV 1860 München
Mit Hochdruck wird der neue Viertliga-Alltag organisiert
Der Stammverein des TSV 1860 arbeitet daran, den Spielbetrieb für die Regionalliga zu sichern. Es geht um Spielerverträge, Sponsoren, Miete – und darum, was für ein Wappen auf den Trikots prangt.
Zum Artikel
Buckelwal „Timmy“
Was von „Timmy“ übrig blieb
Auf der dänischen Insel Anholt ist der gestrandete Buckelwal obduziert worden. Vor interessierten Zuschauern schnitt ein Expertenteam das Tier auf, das Deutschland so lange bewegt hat. Ein Ortstermin, der zum Himmel stinkt.
Zum Artikel
Meinung
Sozialstaat
Das Häuschen verkaufen? Was für eine verwegene Idee
Immer weniger Beitragszahler, aber immer mehr Menschen, die Pflege brauchen: Die Pflegeversicherung bekommt ihre Kosten nicht mehr in den Griff. Die Politik hat es lange ignoriert - und nun läuft bei CDU/CSU ein riskantes Gedankenspiel.
Zum Artikel
Wie passend waren die Vorschläge aus dem Bereich „Das haben Sie vielleicht verpasst“ für Sie persönlich?
Passen