„Die rechte Erzählung ist die von der deutschen Homogenität, die es nie gegeben hat, und die linke Erzählung ist die vom deutschen Multikulturalismus, der einfach eine naive Illusion ist”, so Reitz.
Das ist schlicht und ergreifend kontrafaktische Propaganda. Ja, das harmonische Multikulti-Bundesdeutschland ist in der Tat eine „naive Illusion“ (und wer sie im Jahr 2026 so wie Bärbel Bas noch immer fanatisch bedient, der muss wohl böswillige Intentionen haben), aber ein homogenes Deutschland war definitiv eine normative Realität.
Deutschland war bis vor einigen Jahren eine ethnisch relativ homogene, bis vor wenigen Jahrzehnten nahezu komplett ethnisch homogene Gesellschaft und diese nationale Homogenität gehört auch zum Gründungskontext der BRD. Anfang der 50er-Jahre lag der Ausländeranteil in der Bundesrepublik bei 1,1 Prozent (ca. 548.000 Ausländer), noch 1961 lag er unter 1,5 Prozent (ca. 686.000 Ausländer). Erst in den 70er-Jahren stieg der Ausländeranteil auf 4-5 Prozent. In der DDR lag der Ausländeranteil noch beim Mauerfall unter einem Prozent! Und selbst das wiedervereinte Deutschland war in den 1990ern noch über 85 Prozent ethnisch deutsch (je nach Definition liegen manche Schätzungen näher bei 90 Prozent). Soll heißen: auch das Nachkriegsdeutschland war die längste Zeit ethnisch homogen.
Die „Erzählung von der deutschen Homogenität“ ist keine rechte Erfindung, sondern eine kollektive Erinnerung, die sich auf eine nationale Vergangenheit bezieht, die nicht lange zurück liegt (viele heute lebende Deutsche haben sie noch erlebt) und manche Angehörige unseres Volkes in ihrem Lebensumfeld gerne erhalten würden (bonzige Vororte im Westen ebenso wie ursprünglich gebliebene Landstriche im Osten).
Dass selbst Kritiker der offen antideutschen Vielfaltsagenda mit dieser Leugnung unserer jüngsten Vergangenheit arbeiten, zeigt, wie weit diese Selbstverneinung bereits verinnerlicht wurde. Man kann darüber streiten, wie mit der heutigen Situation umzugehen ist. Aber die deutsche Homogenität der Vergangenheit war nun mal Realität. Dass es ein Problem für unsere Eliten ist, dass diese Vergangenheit insgesamt als angenehmer wahrgenommen wird – geschenkt.
Nachdem Arbeitsministerin Bärbel Bas über das „Einheitsgrau” in Deutschland gesprochen hat, bleibt Widerspruch aus der Union aus.
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