Am 18. April 1983 fuhr ein Selbstmordattentäter ein Auto, das mit über 900 Kilogramm Sprengstoff beladen war, vor die US-Botschaft in Beirut. 17 Amerikaner, 32 libanesische Angestellte und 14 Besucher und Passanten verloren ihr Leben.
Am 23. Oktober 1983 explodierten 6000 Kilogramm Sprengstoff, die in einem Lieferwagen in den Stützpunkt in Beirut geschmuggelt worden waren. Es war die größte konventionelle Explosion nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit.
Dabei starben 241 US-amerikanische Soldaten, 58 französische Soldaten und sechs Zivilisten.
Mit für die Anschläge verantwortlich war Ibrahim Aqil.
Die USA setzten ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf ihn aus.
Er stieg innerhalb der Hisbollah auf und wurde der Nachfolger des im Juli getöteten Fuad Schukr. Er war Mitglied des Dschihad-Rates der Hisbollah und der militärische Berater des Generalsekretärs Nasrallah. Darüber hinaus war er der Kommandeur der Elite-Einheit ar-Radwan.
Ihm wurden weitere Anschläge in Israel zur Last gelegt.
Laut Israel plante Aqil einen gezielten Überfall auf den Norden Israels, der ähnlich wie der Anschlag am 7. Oktober hätte ablaufen sollen. Inklusive Entführungen.
Aqil wurde gestern durch einen gezielten und vom Nachrichtendienst angeleiteten Luftschlag der israelischen Luftwaffe getötet.
Laut Hisbollah sind dabei 14 weitere Menschen getötet und 66 verletzt worden. Die israelischen Streitkräfte gehen von mehreren getöteten, hochrangigen Hisbollah-Mitgliedern aus.
In den Medien werden diese Hintergründe kaum erwähnt; und wenn, dann höchstens beiläufig. Wichtiger scheint, die Zahl der Getöteten anzugeben, Aqil wird zumeist lediglich als ein „Hisbollah-Kommandeur“ erklärt. Dass er seit 40 Jahren zu den meistgesuchten Terroristen der Welt gehörte, ist nirgendwo zu finden.
Die israelischen Streitkräfte haben laut eigenen Angaben in den vergangenen zwei Tagen über 400 Raketenstellungen und 1000 Raketenstarter zerstört. Am heutigen Samstag wurden etwa 90 Raketen auf Israel gefeuert.
Davon findet man noch weniger in den Medien. Stattdessen wird über eine weitere Eskalation – wie auch immer die aussehen soll – debattiert.
Bei vielen, die Israel kritisieren oder über die Pager-Operation debattieren, wird ausgeblendet, dass es dort längst um einen Krieg geht. Oder es erreicht sie gar nicht erst.