Nichts verkörpert den Niedergang der Volkskirche so sehr wie das Bild, welches man klischeehaft von einer älteren katholischen Frau im Kopf hat. Früher dachte man instinktiv an eine fromme Großmutter, die nicht nur jeden Sonntag, sondern auch mal werktags zum Rosenkranz in der Kirche saß und danach ein Kerzchen für die Enkel angezündet hat. Heute denkt man an ein wiederverheiratet geschiedenes linkes Weib mit Doppelnamen und Meckifrisur, das viel vom Zeitgeist und nie vom Heiligen Geist redet und das unbedingt persönlich die Kommunion austeilen muss, aber nie auf die Idee käme, vor dem Allerheiligsten zu knien, weil sie Jesus schließlich „auf Augenhöhe“ begegnet. Und das ist noch nicht einmal der Tiefpunkt, wie der sog. „Katholische Frauenverband“ zeigt.