Ich war dieser Tage beruflich an der Technischen Universität Berlin und fragte mich: Wie konnte man den Verfall eines derart geschichtsträchtigen Gebäudes so weit kommen lassen?
Auf der Toilette steht ein Anti-AfD-Eimer – politische Botschaften scheinen also ihren Platz zu haben. Doch entlang einer wunderschönen Jugendstiltreppe zieht sich Graffiti, die schweren Flügeltüren wirken heruntergekommen, und ganze Gebäudeteile machen den Eindruck, als stünden sie kurz vor dem Abriss.
Dabei stammt dieser Campus aus der Zeit der einstigen Königlich Technischen Hochschule. Gerade ein solcher Ort sollte Respekt vor Architektur und Geschichte ausstrahlen. Stattdessen wirkt vieles verwahrlost. Selbst einen Platz zum Hinsetzen musste ich suchen, weil mir vieles schlicht dreckig vorkam.
Man muss keine Monarchie zurückwollen, um sich zu fragen, ob an unseren Universitäten nicht etwas verloren gegangen ist. Es fehlt die Wertschätzung für Schönheit, Ordnung und der sorgsame Umgang mit dem, was frühere Generationen geschaffen haben.