Axel Springer streicht das „vereinte Europa“ aus seinen Unternehmensgrundsätzen. Die „Essentials“ sind seit 1967 in der Satzung verankert und für alle Redakteure vertraglich bindend. Jetzt verlieren sie ihren ersten und ältesten Grundsatz:
Pro-amerikanisch bleibt. Pro-europäisch ist weg.
Ein klares Bekenntnis.
Döpfner baut Springer seit Jahren zum transatlantischen Rechtsmedienimperium aus: Bild, Welt, Politico, Business Insider - und seit März der Daily Telegraph für 575 Millionen Pfund, weit über Marktwert bezahlt.
Auf dem Weg dorthin traf sich Döpfner mit Nigel Farage und Boris Johnson.
Seinen Konzern beschrieb er in der eigenen Strategie als „digital und transatlantisch“ - kein Wort mehr von Europa.
Sicher, das EU-skeptische Telegraph-Publikum lässt sich schlecht mit einem Bekenntnis zur europäischen Einigung verkaufen. Auf dem US-Markt, den Döpfner als „wichtigsten Wachstumsmotor“ bezeichnet, verkauft sich Europa erst recht nicht. Also weg damit.
Was bleibt, ist ein Medienkonzern, der Europa als bloßen Absatzmarkt betrachtet, aber nicht mehr als Wert.
Und eine Redaktion, deren Mitarbeiter ab sofort vertraglich zu etwas verpflichtet sind, das sich von Trumps Weltbild kaum noch unterscheidet:
Amerika ja, Europa nein, Markt immer.
Axel Springer, der Verlagsgründer, war einst glühender Europäer.
Mathias Döpfner, der CEO, streicht ihn aus der Satzung.