Ein banales aber typisches Beispiel für den umsichgreifenden Wahnsinn in diesem Land.
Rewe-Filiale in Potsdam:
Ich wollte lose Kartoffeln kaufen. Keinen ganzen Sack.
Es lagen 7-10 Sorten Kartoffeln auf dem Warenträger, alle in Säcken, der leichteste wog 2,2 Kg.
Ich fragte einen Mitarbeiter nach losen Kartoffeln, doch er erklärte, dass es gerade eine Engpass gäbe:
Ich: „Und einfach einen Sack zu öffnen und in die leere Kiste zu schütten geht nicht?“
Er schaute mich an, wie die Kuh, wenn es donnert, wollte aber seinen Chef fragen.
Als ich von meiner Runde kam und wieder vor der leeren Kiste stand, war sein Chef auch gerade da.
Ich: „Schön, dass Sie hier sind, ich möchte lose Kartoffeln kaufen, könnten Sie bitte einen Sack öffnen?“
Von ihm folgte eine lange Erklärung, warum das nicht möglich wäre:
Das darf er nicht, weil er es nicht darf, weil nämlich die Qualitätssicherung leidet, weil er die Herkunft nachweisen muss und das geht ja nicht, außerdem hätte er zum Nachweis ja nur den Zettel, der am Sack hängt und den kann man nicht an die Kiste kleben, wegen der Qualitätssicherung und die wäre auch gerade im Hause.
Ich: „Na das ist doch super, mit denen würde ich gern mal reden, wo sind die denn gerade?“
Er sagte, dass er nicht möchte dass ich mit ihnen spreche, wenn ich mich nur beschweren will.
Und überhaupt, er kann dafür nichts, es gibt schließlich Regeln.
Ich: „Ja, grenzenlos bescheuerte Regeln. Und natürlich sind Sie schuld daran. Schließlich machen Sie diesen Irrsinn mit und weil jeder heutzutage bekloppte Regeln befolgt, ohne sie infrage zu stellen, sind wir alle gemeinsam dort, wo wir heute sind.“
Wütend und kopfschüttelnd ging ich zur Kasse. Nachdem ich den Einkauf ins Auto gebracht hatte, bin ich allerdings nochmal zurück, habe einen 2,2 Kg Sack bezahlt, ihn noch im Laden geöffnet, habe meine 5 Kartoffeln entnommen, den Rest im Laden gelassen und bin gegangen.
Wer ohne Sackvorschriften groß geworden ist, stößt bei der heutigen Denkweise und Unterwürfigkeit an seine mentalen Grenzen.