🏰 1158 – München tritt in die Geschichte ein
Gestern feierte München seinen „Geburtstag“, da an diesem Tag die Stadt erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Anlass dafür war ein Streit um Zölle, Brückenrechte und Handelswege – Themen, die im Mittelalter über Wohlstand und Macht entschieden.
Im sogenannten Augsburger Schied regelte Kaiser Friedrich Barbarossa einen Konflikt zwischen dem Freisinger Bischof Otto von Freising und Herzog Heinrich dem Löwen. Der mächtige Welfenherzog hatte eine Brücke über die Isar zerstören lassen und weiter südlich eine neue errichtet, um den lukrativen Salzhandel besser kontrollieren zu können. Im Schiedsspruch wurde festgelegt, dass Heinrich der Löwe die neue Brücke betreiben durfte, dafür aber einen Teil der Einnahmen an das Hochstift Freising abgeben musste.
In dieser Urkunde erscheint erstmals der Name „Munichen“, was so viel wie „bei den Mönchen“ bedeutet. Der Name verweist auf eine frühere Mönchssiedlung in der Gegend und markiert den Beginn der schriftlich belegten Geschichte Münchens.
Aus dem kleinen Handelsplatz an der Isar entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten eine bedeutende Residenzstadt der Wittelsbacher, später die Hauptstadt des Königreichs Bayern und schließlich die heutige Landeshauptstadt des Freistaats.
Der Ursprung Münchens liegt also nicht in einem prachtvollen Schloss oder einer großen Schlacht, sondern in einer Brücke, einem Handelsweg und einer Urkunde – ein Stück bayerischer Geschichte, das bis heute nachwirkt.
📜 Herzlichen Glückwunsch zum 868. Geburtstag, München!