Die Welt hat das Pech, zur Zeit im Weißen Haus zu WASHINGTON einen korrupten, beratungsresistenten und beschränkt intelligenten Machthaber sitzen zu haben, der nur zu oft auf sich selbst hereinfällt, auf seine Eitelkeit, Einfältigkeit und Ahnungslosigkeit.
Und das in einer Zeit, da EUROPA in Zögerlichkeiten und Uneinigkeit seiner Regierenden versinkt und der Enttäuschtheit seiner Bürger und es den Putins, Kim Jong-uns, Netanyahus und Chameneis dieser Welt nichts entgegenzusetzen hat.
Donald J. Trump ist nicht dafür bekannt, viel von der Welt zu verstehen außer mehr oder weniger erfolgreich mit Immobilien-Projekten zu handeln oder sie in den Sand zu setzen - bevor er den Amts-Vorteil erwarb, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein und daraus für sich und seine Familie Kapital zu schlagen.
Für vernünftige Ratschläge ist dieser Donald J. Trump kaum zu haben. Er hat kein glückliches Händchen dafür, fällt lieber auf die Schmeicheleien seiner Umgebung herein und die plumpen Lügen eines Benjamin Netanyahu, der ihm versprochen hat, ein Angriff auf den Iran sei ein todsicheres Geschäft und Sache von ein paar Tagen. Pustekuchen: Nun sitzt der "mächtigste Mann der Welt" in der Patsche, muss auf einen "Deal" mit dem "Schurkenstaat Iran" hoffen und sich von ihm vorführen lassen.
Für Ratschläge von honorigen Männern - wenigstens im Vergleich zu dem Galgenvogel Netanyahu - ist Donald J. Trump überhaupt nicht zu haben. Selbst wenn es sich um Ex-Präsidenten der Vereinigten Staaten und in zwei Fällen sogar um republikanische "Parteifreunde" handelt. Dabei wären die USA heute ein besseres Land, würde Trump darauf hören oder zumindest respektieren, was sie sagen.
Etwa auf einen LYNDON B. JOHNSON, der verstand, dass dieses Nordamerika nur deshalb so groß und stark werden konnte: "Weil es von so vielen Quellen genährt, weil es von so vielen Kulturen, Traditionen und Völkern geprägt wurde!"
Ok, Johnson war Demokrat und der Vizepräsident von JOHN F. KENNEDY bevor er nach dessen Ermordung 36. Präsident der USA wurde. Aber wie wäre es dann mit einem Republikaner?
Etwa einem nach konservativer Lesart großen und prägenden amerikanischen Präsidenten wie RONALD REAGAN. Der hielt überhaupt nichts von Trumps Fetisch und Lieblingswort "Zölle": „Das Ergebnis", sagt Reagan, "sind immer mehr Zölle, immer höhere Handelsschranken und immer weniger Wettbewerb. So hören die Menschen bald auf zu kaufen, weil die Preise durch Zölle, die nur Ineffizienz und schlechtes Management subventionieren, künstlich hochgehalten werden. Dann passiert das Schlimmste: Die Märkte schrumpfen und brechen zusammen, Unternehmen und Industrien schließen, und Millionen von Menschen verlieren ihre Arbeit.“
Oder nehmen wir noch einen anderen rebublikanischen Präsidenten, einen, der vollends unverdächtig ist, ein Liebling von Demokraten und Liberalen zu sein, den viel geschmähten GEORGE W. BUSH.
Gleich zu Beginn der unsäglichen Präsidentschaft Donald Trumps erhob Bush im Februar 2017 in einem bemerkenswerten Interview mit dem Fernsehsender NBC seine Stimme und kritisierte Trump für dessen Angriffe auf die unabhängige Presse. Der nennt sie überwiegend "fake news", beschimpft unbequeme Reporter und Korrespondenten als "schreckliche Journalisten" und "Feinde des amerikanischen Volkes".
Ausgerechnet George W. Bush, der als Präsident mit seiner umstrittenen Politik ebenfalls viel Kritik von der Presse einstecken musste, hatte die Größe, als nahezu einziger prominenter Politiker die Arbeit der freien Presse gegen Trump zu verteidigen als "unverzichtbar für die Demokratie“. Die Medien würden gebraucht, so Bush, "um Leute wie mich zur Rechenschaft zu ziehen“. Macht könne „sehr süchtig und zersetzend“ wirken. Es sei die Aufgabe der Presse, jene zu kontrollieren, die ihre Macht missbrauchen.
Bild: Getty Images, Andrew Harnik