Henss, R. (2026). Intelligenz, Bildung, Geschlecht, Sozioökonomischer Status, Migration.
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Zusammenfassung: Der IQB-Bildungstrend ist das deutsche Pendant zu den internationalen PISA-Studien. Die vorliegende Arbeit analysiert die Erhebungen der Jahre 2009, 2015 und 2022 (Deutsch und Englisch) sowie 2012, 2018 und 2024 (Mathematik und Naturwissenschaften). In Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften zeigt sich von der ersten zur zweiten Runde eine Seitwärtsbewegung und von der zweiten zur dritten ein deutlicher Leistungseinbruch. In Englisch hingegen ist ein konstanter Aufwärtstrend zu verzeichnen. Der starke Leistungsrückgang in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften ist nur zum Teil auf coronabedingte Maßnahmen zurückzuführen. Der größere Anteil geht auf die massive Zuwanderung aus Ländern mit deutlich niedrigerem durchschnittlichem Intelligenzniveau zurück. Im Zentrum der Analyse stehen Mehrebenenanalysen, in denen die Wirkung mehrerer potenziell relevanter Prädiktoren simultan kontrolliert wird. Im Vergleich zur bivariaten Betrachtung fallen die Effekte von Geschlecht und Migration im kontrollierten Modell deutlich schwächer aus, bleiben aber substanziell. Ganz anders beim Sozioökonomischen Status: Bei bivariater Betrachtung zeigt er eine starke Wirkung, im kontrollierten Modell verbleibt jedoch nur ein schwacher bis vernachlässigbarer Rest. Von überragender Bedeutung sind die kognitiven Grundkompetenzen, die durch einen psychometrischen Intelligenztest erfasst wurden. Die IQB-Berichte geben die Ergebnisse dieser Mehrebenenanalysen zwar numerisch wieder, unterlassen es jedoch, deren inhaltliche Bedeutung zu diskutieren. Der Begriff „Intelligenz“ bleibt tabu. Die Befunde der über 150-jährigen psychometrischen Intelligenzforschung werden konsequent ignoriert. Die IQB-Ergebnisse werden im Kontext internationaler und nationaler Bildungsstudien (insbesondere PISA, PIAAC und NEPS) diskutiert. Als Gegengewicht zur einseitig umweltdeterministischen Position der Bildungsforschung werden zentrale Befunde der Intelligenzforschung dargestellt, die seit jeher die Wechselwirkung von Anlage und Umwelt berücksichtigt. Die Arbeit schließt mit einer grundsätzlichen Kritik der ideologischen Ausrichtung großer Teile der Bildungsforschung, die nicht nur das Ansehen der Wissenschaft schwer beschädigt, sondern auch schwerwiegende Folgen für die Gesellschaft insgesamt nach sich zieht.
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Schlüsselwörter: Intelligenz, Bildung, Bildungsforschung, IQB-Bildungstrend, PISA, PIAAC, NEPS, Mehrebenenanalyse, Geschlecht, Sozioökonomischer Status, Migration