SpaceX geht an die Börse und der WDR spricht minutenlang darüber. Soweit, so nachvollziehbar. Aber was mich wundert: Es geht fast nur um die Frage, ob die Aktie überbewertet ist, ob man jetzt einsteigen sollte und welche Renditen möglich sind. Kein Wort darüber, warum wir es inzwischen für normal halten, dass ein einzelner Mensch derart viel wirtschaftliche, technologische und politische Macht anhäufen kann. Kein Wort darüber, dass Elon Musk nicht nur Unternehmen besitzt, sondern mit seinen Plattformen und seiner Infrastruktur längst globalen Einfluss ausübt.
Stattdessen klingt das Ganze streckenweise wie ein Börsenmagazin. Der Einstieg war sogar: „Das erinnert ein bisschen an den Börsengang der Telekom.“ Nein. Es erinnert eben nicht an die Telekom. Die eigentliche Geschichte ist doch, dass wir in einer Zeit leben, in der einzelne Milliardäre mehr Einfluss auf Kommunikation, Technologie und geopolitische Entwicklungen haben als viele Staaten.
Genau darüber hätte ich mir vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk mal ein paar kritische Fragen gewünscht.