Die "Plan- und Strategielosigkeit" überrascht wirklich nur den, der diesen Krieg einmal für sinnvoll gehalten hat. Er war idiotisch und wurde wegen der innenpolitischen Zwänge von Netanjahu und Trump begonnen. Aber das müssen die mit sich ausmachen, die diesen Krieg für sinnvoll gehalten haben. Aber was man Trump zugutehalten muss: Er erliegt nicht der Versuchung, immer tiefer in diesen Sumpf zu geraten. Er rudert zurück, was die Amerikaner etwa in Vietnam nicht geschafft hatten. Die Gründe sind natürlich ökonomischer Natur. Es droht der Kollaps der Weltwirtschaft und damit des Kartenhauses namens Finanzmarkt. Aus der Perspektive wird Israel zu einem Kleinstaat am Mittelmeer - und Netanjahu irrelevant. Trump wird für diesen Fehler einen innenpolitischen Preis bezahlen müssen. Das ist unvermeidlich. Aber sein außenpolitisches Problem ist der totale Vertrauensverlust. Er hat nicht nur den Iran, sondern auch seine früheren Verbündeten am Golf verraten. Er muss also eine gewisse Glaubwürdigkeit wieder herstellen, damit die USA in der Region und weltpolitsch noch eine Rolle spielen. Aber Roth sollte im Glashaus nicht mit Steinen werfen. Er repräsentiert die Irrelevanz der europäischen Politik. Die Europäer sind unfähig, einen Krieg mitten in Europa zu beenden, der ihre Interessen massiv schädigt. Sie versuchen einen Krieg gegen Russland zu gewinnen, der nicht zu gewinnen ist, außer in der Phantasie von Ideologen. Sie machen damit die EU zu einem geopolitischen Zwerg am Rande Asiens. Bisher waren sie im Gegensatz zu Trump nicht zu einer Kurskorrektur in der Lage.
5/5
Ich habe mich geirrt. Ich habe der Trump-Administration, aber auch der israelischen Regierung mehr zugetraut. Eine solche Plan- und Strategielosigkeit der USA hätte ich nicht für möglich gehalten. Die Welt zahlt dafür einen hohen Preis: politisch, wirtschaftlich, militärisch.