Es ist krass, wie geschichtsvergessen mitunter (rechts-)konservative Menschen sind, um in ihrer "früher war alles besser" und "nichts darf man mehr" Welt zu leben.
Freddie war 6 Jahre, als Alan Turing in England Zwangssterilisiert wurde. Er war 23 zum Zeitpunkt des Stonewall-Aufstands in der Christopher Street. Er starb an AIDS. Diese Krankheit wurde abwertend auch als "Schwulenpest" bezeichnet und befeuerte die damalige Diskriminierung. Ein junger Horst Seehofer wollte damals in den 80ern (Freddie lebte in München) Aidskranke "in speziellen Heimen" sammeln, gar "konzentrieren". Der bayr. Kulturminister meinte "Homosexualität gehöre in den "Randbereich der Entartung".
Es war alles andere als ein "wir lebten und haben leben lassen". Die WHO führte bis 1990 Homosexualität als Krankheit. Erst seit 1994 ist Homosexualität in Deutschland nicht mehr strafbar (§ 175). England war da 1982 etwas schneller.
Dass Freddie Mercury später anfing seine Homosexualität nicht mehr zu verheimlichen (er war zuvor mit einer Frau verheiratet) war eine absolute Ausnahme die er sich nur als Weltstar und nach seinem Durchbruch leisten konnte. Andere wie bspw. Elton John outeten sich deutlich später.
Freddie Mercury, ein Kämpfer für Gleichberechtigung und Queere-Rechte als Beispiel für "good old times" die man vermisst zu nehmen, eine Zeit in der Schwule diskriminiert und in Angst leben mussten ist blanker Hohn und Geschichtsrevisionistisch.