888 In den frühen Morgenstunden des 2. Juni überfielen israelische Besatzungssoldaten das Studentenwohnheim der Birzeit Universität im illegal von Israel besetzten palästinensischen Westjordanland.
Sie verschleppten vier Studentinnen.
Unter ihnen ist Natalie Abu Diya.
Sie spielte für das Frauen-Nationalteam Palästinas.
Ein Mitglied des Weltverbands FIFA.
Am selben Tag verschleppten israelische Soldaten auch Rand Halawani.
Diesmal im illegal von Israel besetzten Ost-Jerusalem.
Auch sie ist Nationalspielerin Palästinas.
Zwei Fußballerinnen an verschiedenen Orten am gleichen Tag ?
Es handelte sich offenbar um gezielte Aktionen.
Dima Yousef, die Sprecherin des palästinensischen Fußballverbands PFA, bezeichnete die Verschleppung von Halawani und Abu Diya als Teil einer „systematischen Verfolgung palästinensischer Sportler“.
Die Spielerinnen festzunehmen stelle „einen klaren Verstoß gegen die FIFA-Regeln und die Grundsätze dar, die den Schutz von Sportlern gewährleisten“.
Sie betonte die Notwendigkeit einer wirksamen internationalen Reaktion, um Verstöße gegen palästinensische Sportler zu unterbinden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Israel nennt seine gewaltsamen Verschleppungen von Palästinensern „Festnahmen“.
Eigens für Palästinenser unter israelischer Besatzung wurde das Konzept der „Administrativhaft“ eingeführt:
Eine Gefangenschaft ohne Vorwurf, Anklage, juristischen Beistand oder Prozess.
(Klingt ja genau nach Deutschland, wo es auch Deutsche gibt die 3.5 Jahre in U-Haft sind ohne Beweise oder Anklage)
Tatsächlich gibt es keine rechtliche Grundlage für diese Form der Gefangenschaft. Menschenrechtler sprechen von Geiselhaft und von Willkür.
Beide Verschleppungen fanden in Gebieten statt, die laut Internationalem Gerichtshof (IGH) und UN unter illegaler israelischer Besatzung stehen.
Der IGH stuft das israelische Regime dort in seinem bindenden Gutachten von 2024 als Apartheid ein.
Wehren dagegen können sich Palästinenser überhaupt nicht. Jeder Widerstand wird von Israel als „terroristisch” angeprangert.
Könnte Solidarität von außen helfen ?
Der DFB ignoriert die Entführungen.
Wir haben dem DFB in Form einer Presseanfrage die Möglichkeit gegeben, sich zu äußern.
Die Frist ließ der Verband aber verstreichen.
Ein Mitglied aus dem DFB-Präsidium, das anonym bleiben möchte, gibt zu verstehen:
„Zu Israel sollen wir uns grundsätzlich nicht äußern.“ Ein Maulkorb ?
„Die Haltung des DFB zum Staat Israel ist bekannt“, mahnte DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Herbst 2025.
Äußern wolle man sich nicht.
Dass die Haltung bekannt ist, stimmt tatsächlich.
Im Rahmen von Boykottaufrufen gegen Israel im europäischen Verband UEFA erklärte Neuendorf:
„Wir haben Israel massiv unterstützt“.
Laut ihm sei für den DFB klar gewesen, dass ein Ausschluss Israels „niemals passieren“ dürfe.
Im September 2025 lud der DFB Israel inmitten des Genozids in Gaza zum Vier-Nationen-Turnier nach Deutschland ein.
Der israelische Sportverband IFA ist laut DFB ein enger Partner des DFB.
Nur zu fünf anderen Ländern pflegt der DFB eine derart institutionelle Partnerschaft.
Der israelische Sportverband IFA ist kein normaler Sportverband. Mehrere Mitgliedsvereine des IFA befinden sich auf illegal besetztem palästinensischen Land.
Land, das gewaltsam enteignet wurde.
Sie dürften laut IGH und UN dort gar nicht sein.
Die IFA gründete eine „Reservisten-Liga” eigens für israelische Armeeangehörige, die am Genozid in Gaza teilnahmen.
Der israelische Fußballverband arbeitet eng mit Israels Militär zusammen und veranstaltet Spiele zu Ehren der israelischen Armee.
Das ist keine Sportorganisation, das ist lediglich die Sportabteilung des israelischen Regimes selbst.
Rand Halawani wurde am Montag aus der Gefangenschaft freigelassen und unter Hausarrest gestellt.
Ihr wird im Nachgang vorgeworfen, Steine auf einen israelischen Mob geworfen zu haben, der ihr Zuhause im illegal besetzten Ost-Jerusalem belagerte.
Von ihren Angreifern wurde niemand festgenommen.
Natalie Abu Diya befindet sich weiter in israelischer Gefangenschaft. Nicht irgendwo.
Sondern im berüchtigten Folterlager Ofer.
Laut Amani Sarhanneh, Sprecherin der Palästinensischen Gefangenenvereinigung, wurden verschlechtere sich der gesundheitliche Zustand der vier verschleppten Studentinnen deutlich.
Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Heiligen Land, Dr. Imad Haddad, verurteilte die Verschleppung scharf:
„Wir fordern die sofortige Freilassung von Natalie.
Sie reiht sich nun in die Tausenden von Palästinensern ein, die ohne Anklage und ohne Prozess in israelischen Militärgefängnissen festgehalten werden.“
Auf Solidarität von Deutschlands Fußballerinnen und Fußballern dürfte sie nicht hoffen können.
Die Haltung des DFB ist bekannt: Der Staat Israel steht über Palästinensern.
Und Deutschland steht wieder auf der falschen Seite des Krieges