Guter Einwand – und ich nehme ihn ernst.
Aber ich fordere keinen größeren Staat.
Ich fordere einen fähigeren.
Einen, der Brücken baut statt Strategiepapiere zu schreiben.
Die libertäre Alternative – verlass dich auf den Markt – hat uns Gazprom-Gasspeicher, VW-Dieselbetrug und Spahn-Maskendeals beschert.
Das war Markt. Das war das Problem.
Oder der Beginn des Teufelskreises:
Privatisieren, einkassieren, staatlich vor die Wand fahren. Die Gewinne wurden privatisiert, die Verluste sozialisiert.
Die Bahn privatisiert, die Schulden beim Staat gelassen.
Die Energieversorgung dem Markt überlassen, die Erpressbarkeit durch Putin der Bevölkerung überlassen.
VW-Gewinne an Aktionäre gezahlt, die VW-Betrugsfolgen an den Rechtsstaat ausgelagert.
Das ist nicht der Markt gegen Staat. Das ist der Markt, solange es läuft – und Staat, wenn es brennt.
Der Libertäre antwortet darauf übrigens meist:
Selbstverständlich, weil der Staat die falschen Anreize setzt.
Und da dreht sich das Argument im Kreis – was zeigt, dass es am Ende keine rein theoretische Debatte ist, sondern eine über Machtverhältnisse.
Wer sitzt an welchem Hebel.
Und darauf liefert Hayek keine Antwort.