Viele Menschen wundern sich derzeit über die Zustände in Minneapolis, wo ICE-Beamte offenbar völlig willkürlich friedliche Demonstranten töten. Vor wenigen Monaten war ich selbst bei massiven Anti-ICE-Protesten in Portland: Selten habe ich eine derart gewalttätige Stimmung auf engem Raum und mit einer überschaubaren Zahl von Demonstranten erlebt. Linke Extremisten machten aus ihren Gewaltfantasien gegenüber Bundesbeamten und Polizisten keinen Hehl, darunter fanden sich direkte Tötungsabsichten und Wünsche nach Guillotinen für Cops. Donald Trump-Gegner, die diskutieren wollten (!), wurden niedergeschrien und angegriffen.
Zudem habe ich noch nie eine dermaßen pressefeindliche Atmosphäre wahrgenommen: Mehrere Journalisten reisten mit Personenschützern an, die sie immer wieder vor Antifa-Belagerungen schützen mussten, manchmal auch mit Pfeffer und Schlagstöcken. Streamer wie Nick Shirley (der später den somalischen Sozialbetrug in Minneapolis aufdeckte) wurden bedrängt, verfolgt und eingeschüchtert. Mehrere schwarze Personen wurden von weißen Antifas niedergeschlagen, weil sie sich gegen die Antifa positionierten oder als Trump-Supporter zeigten. Eine Streamerin wurde über zwei Blocks verfolgt, ihre Begleitung verprügelt, ihr Auto demoliert. Warum? Weil sie es wagte, zu fragen, ob das Verbrennen der amerikanischen Flagge wirklich im Sinne der Demonstration sei. Kein Scherz.
Wenn man an Minneapolis denkt, muss man sich dieses Szenario um den Faktor 100 multipliziert vorstellen: Eine ganze Stadt befindet sich dort im Wahn und glaubt, gegen einen Faschismus 2.0 anzukämpfen. ICE-Beamte sind Freiwild, und ganze Stadtteile sind für Journalisten No-Go-Areas. Hinzu kommt eine arbeitsteilige und konspirative Antifa-Praxis, die sich in Chatgruppen organisiert und alles outet, monitort und bedroht, was nicht in ihr Weltbild passt. Abseits der Bewertung von Videoschnipseln – und der legitimen Kritik an ICE sowie des Schusswaffengebrauchs, der insbesondere im Fall von Pretti schlicht falsch und schrecklich war – handelt es sich hier um eine Realität, die in deutschen Medien nicht gezeigt wird, die aber meines Erachtens entscheidend ist: Linke Anti-ICE-Extremisten sind in den USA auf Menschenjagd; sie nehmen keine Rücksicht auf Verluste und schrecken vor nichts zurück. Sie nehmen aber sehr wohl in Kauf, nicht nur die Arbeit von Beamten zu sabotieren, sondern gegen jeden vorzugehen, der nicht ihrer Meinung ist. Die friedliebenden Helden, die deutsche linke Medien in Minneapolis zu zeichnen versuchen, sind in vielen Fällen Gewalttäter, die Andersdenkende ganz offen ins Visier nehmen, ohne Rücksicht auf Verluste. Und nein, auch das rechtfertigt nicht ihren Tod, aber es ist eben entscheidend, zu verstehen, was dieser »friedliche« Anti-ICE-Protest in Wirklichkeit bedeutet.