Progressive glauben, ihr Ansatz sei komplex. Doch wenn man intersektional alles zusammendenkt, verliert man sinnvolle analytische Werkzeuge.
Wenn Feminismus beispielsweise mit sog. "Transrechten" zusammengedacht wird, verliert sich der Zugang zum Wissen, welche spezifische, von Männern unabhängige Erfahrung Frauen machen. Wer sie sind, was sie brauchen, unabhängig von sozialen Unterschieden, von Ethnie. Der feministische Ansatz wird durch "Komplexität" nicht erweitert, sondern gelöscht.
Wenn Feminismus mit Rassismus zusammengedacht wird, löst sich die Gemeinsamkeit der Erfahrungen zwischen Frauen unterschiedlicher ethnischer Gruppen auf. Was Patriarchat ausmacht, welche Erscheinungsformen es annehmen kann, verschwindet hinter der Idee, dass es eine Gruppe unterdrückender (weißer) Frauen gibt, die die Erfahrung der unterdrückten nicht teilt. Dies bedeutet Entsolidarisierung und Fragmentieren weiblicher Erfahrung. Und damit Auflösung des feministischen Ansatzes.
Auch, was "Klasse" ist, kann man nicht mehr analysieren, sobald man sie beispielsweise mit Rassismus zusammendenkt. Ein urlinkes Thema hat sich selbst den Boden weggezogen. Die weiße Unterschicht verschwindet verschwindet komplett hinter der Rassismusdebatte, ist nicht relevant, damit auch die Fragen nach Überwindung, nach Bildung, nach Förderung speziell für diese Schicht. Die Idee der Intersektionalität und "Komplexität" löst, in dieser Radikalität gedacht, jede echte Analyse ab.
Und ich behaupte: Das soll sie auch.