Ich bekenne mich zu meinem Land – zu Deutschland.
Zu seiner Sprache, die mich denken lehrt.
Zu seinen Landschaften, die in meinem Herzen verwurzelt sind.
Zu seiner Geschichte, die uns verpflichtet – und zu seiner Zukunft, die wir gestalten müssen.
Heimat ist kein Ort, den man austauschen kann wie ein Kleidungsstück. Heimat ist Herkunft, Erinnerung, Auftrag.
Sie ist das Band, das Generationen verbindet.
Wie Papst Benedikt XVI. sagte:
„Ich komme freudig nach Deutschland. Ich bin in Deutschland geboren; die Wurzel kann und soll nicht abgeschnitten werden.“
Diese Wurzel trägt uns. Sie ist das, was in uns weiterlebt, selbst wenn wir uns von der Welt unverstanden fühlen.
Deutschland – das ist das Land der Kathedralen und der Werkstätten, der Bauern und Ingenieure, der Dichter, Musiker und Forscher.
Ein Land, das Trümmer sah und doch wieder auferstand.
Ein Land, das sich schuldig wusste – und dennoch Hoffnung spendete.
Ein Land, das immer dann groß war, wenn es sich auf seine Tugenden besann: auf Fleiß, Gerechtigkeit, Maß und Treue.
Konrad Adenauer sagte einst:
„Wir wollen die Einheit Deutschlands in Frieden und Freiheit wiedergewinnen. Denn es ist ein und dasselbe Volk, das jenseits und diesseits der Grenze lebt.“
Er wusste, was viele heute vergessen:
Die Liebe zur Heimat ist keine Enge – sie ist die Voraussetzung jeder Offenheit.
Nur wer ein Zuhause hat, kann in die Welt hinausgehen, ohne sich selbst zu verlieren.
Auch die deutschen Bischöfe bekannten 1965:
„Wenn diese Deutschen vom ‚Recht auf Heimat‘ sprechen, so liegt darin keine aggressive Absicht. Sie wollen sagen, dass sie Rechtens in ihrer alten Heimat gewohnt haben und dass sie dieser Heimat verbunden bleiben.“
Heimat ist also nicht Besitz, sondern Bindung.
Nicht Eroberung, sondern Erinnerung.
Nicht Stolz ohne Grund – sondern Demut vor dem, was uns geschenkt wurde.
Papst Johannes Paul II. erinnerte uns:
„Vaterlandsliebe ist eine Form menschlicher Würde. Sie darf nicht mit Nationalismus verwechselt werden, der andere herabsetzt.“
Und er fügte hinzu:
„Eine Nation, die ihre Kultur und ihren Glauben verliert, verliert sich selbst.“
Darum dürfen wir uns nicht schämen, Deutsche zu sein.
Wir sollen nicht vergessen, wer wir sind.
Unsere Sprache, unsere Feste, unsere Lieder, unsere Kirchen, unsere Familien – sie alle sind Ausdruck dieses Landes, das über Jahrhunderte Bestand hatte.
Wir verdanken unseren Eltern und Großeltern mehr, als wir oft begreifen:
Sie haben Deutschland nach Krieg und Zerstörung wieder aufgebaut – mit Händen, die schwielen, und Herzen, die hofften.
Wie Theodor Heuss einst sagte:
„Das Volk lebt nicht vom Brot allein, sondern auch von dem, was es an sittlicher und geistiger Substanz in sich trägt.“
Diese Substanz ist heute bedroht – nicht durch äußere Feinde, sondern durch innere Gleichgültigkeit.
Wer seine Heimat aufgibt, verliert sein Fundament.
Wer seine Geschichte auslöscht, verliert sein Gedächtnis.
Und wer aufhört, stolz zu sein auf das Gute, das unser Land hervorgebracht hat, der verliert die Kraft, es zu bewahren.
Wir wollen, dass unsere Kinder wieder spüren, was es heißt, ein Zuhause zu haben –
ein Land, auf das man vertraut,
eine Geschichte, die man kennt,
eine Zukunft, die man liebt.
Wir wollen ein Deutschland, das sich nicht verbiegt, sondern steht.
Ein Deutschland, das nicht spaltet, sondern eint.
Ein Deutschland, das nicht verlernt, wofür es geschaffen wurde:
Für Wahrheit, Recht und Freiheit – in Verantwortung vor Gott und den Menschen.
Jedes Volk hat eine Seele.
Und wer diese Seele tötet, der vernichtet mehr als Grenzen – er vernichtet Sinn.
Darum bekenne ich mich zu Deutschland.
Mit Herz und Verstand.
Mit Dankbarkeit für das, was war, und mit Entschlossenheit für das, was kommt.
Wir stehen ein für unsere Heimat – weil sie uns braucht.
Wir lieben sie – weil sie uns geprägt hat.
Und wir verteidigen sie – weil wir wollen, dass sie bleibt.
„Für Deutschland. Für unsere Heimat. Für unsere Kinder.“
Nicole Höchst MdB