Wir leben in einer Kultur der Überempfindlichkeit und Wehleidigkeit, in der es darum geht, einen möglichst prominenten Opferstatus zu erlangen. Weil das aber nicht argumentativ sondern nur emotional möglich ist, müssen fast zwangsläufig Fakten durch Gefühle ersetzt werden. Und Gefühle durch Argumente.
So werden an Universitäten „Safe Spaces“ eingerichtet, die die Studenten vor neuen Erfahrungen, Ideen und Widerspruch schützen sollen. Die jungen Menschen lernen sozusagen, wie man sich hilflos fühlt.
Nicht selten kippt diese erlernte Hilflosigkeit in Wut um. So hat sich in unserer Gesellschaft Stück für Stück eine Tyrannei der Wehleidigen etabliert, die ihre Aggressivität als Notwehr verkaufen, um ihren Willen durchzusetzen.