Ich frage ja immer wieder was Leute mit "funktioniert" meinen und bekomme meist sinngemäß zur Antwort, dass das eine dumme Frage und Definitionsgewichse sei, weil man damit ja wohl eindeutig "das Ziel erreichen" meint. Nur was genau das Ziel™ ist, darüber sind sich Sozialisten ja auch alles andere als einig. (Im Gegensatz zu Libertären, für die die spontane Ordnung immer anders aussehen darf.)
Das zaristische Russland war ein Agrarstaat und die Zwangskollektivierungen mit Massenerschießungen, Gulags und Geheimpolizei hat das Land unter enormen Verlusten in einen Industriestaat verwandelt. Selbst Stalin hat zugegeben, dass die Sowjetunion ohne den Land-Lease-Act niemals Deutschland besiegt hätte. Dazu kommt, dass sozialistische Zentralplanung bei fast allen Staaten zu diesem Zeitpunkt die Wirtschaft nach unten gezogen hat, inklusive Deutschland und den Vereinigten Staaten.
Die einzige Lektion, die man aus dem Beispiel der Sowjetunion wirklich mitnehmen könnte ohne grotesken Massenmord zu verharmlosen, ist, dass es in der Tat möglich ist Massenvernichtungswaffen durch Industriespionage herzustellen und ne Blechbüchse ins Weltall zu schießen, wenn man dafür viele Millionen Menschen versklavt und die Ressourcen hieraus in solche Projekte steckt. Das aber als Erfolg zu verbuchen ist ein wenig wie sich damit zu brüsten, dass im Gulag Vollbeschäftigung herrscht oder eine Stadt zu ermorden und zu erklären, dass man die Arbeitslosigkeit dort auf 0 gesenkt hätte.
"Sozialismus hat noch NIE funktioniert!"
Außer dass Sozialismus Agrarstaaten in industriell-militärische Supermächte mit Raumfahrtprogramm und Atomwaffen verwandelt hat, die den Faschismus besiegen konnten und in denen sich niemand wegen Grundbedürfnissen Sorgen machen musste.