Herr Baé
@Tarek_Bae
▶️ Einen Kommentarbereich zu schließen ist nicht zwangsläufig ein Versuch Kritik zu vermeiden. Sondern keine Kapazitäten oder Lust zu haben, sich mit Dummschätzerei zu befassen und Propaganda eine Plattform zu bieten.
Sie kritisieren die Tagesschau ja.
▶️ Die angebliche Waffenruhe im Gazastreifen ist obsolet, sobald Palästinenser Israel oder Israelische Truppen angreifen, oder Anstrengungen unternehmen das zu versuchen.
Der Trumpsche Plan sah im nächsten Schritt die Entwaffnung der islamistischen Terror-Organisationen wie Hamas und palästinensischen Dschihad vor. Da diese sich weigern, ist die Waffenruhe obsolet.
Die „Waffenruhe“ ist einseitig durch Israel, da die Palästinenser fortlaufend Israel oder israelische Truppen angreifen. Im Kern geht es nur noch darum, dass sie nicht über die gelbe Linie weiter vorrückt.
▶️ „Aber nur über eines von beiden wird exzessiv berichtet.“
Korrekt. Seit dem 07.10.2023 feuern die Palästinenser, die Hisbollah, die Huthi, Splittergruppen im Irak und Syrien und der Iran fortlaufend Raketen auf Israel. Die Medien berichten so gut wie nie darüber, weil es keinen Neuigkeitswert mehr hat.
▶️ „13 Getötete in Gaza durch israelische Angriffe in 24 Stunden.“
Quelle? Getötete wo? Wer? Wie viele Kombattanten?
▶️ „Oder ein von Israels Militär ermordetes Kind im Westjordanland.“
Das Kind wurde nicht „ermordet“, sondern *getötet*. Gefeuert hat ein Soldat aus zu klärenden Gründen auf das Auto, wahrscheinlich wusste er nicht einmal, dass ein Kind im Fahrzeug war.
▶️ „Oder die vierköpfige Familie Karam, die letzte Woche im Libanon auf dem Weg zurück von der Universität gezielt getötet wurde.“
Die vierköpfige Familie war der Vater und Zahnarzt James Karam, sein Sohn Tony und seine Tochter Theodosia, die in der Gefechtszone bei Qlayaa mit dem Auto fuhren, weil sie von Examina an der Uni aus Beirut zurückkehrten. Nochmal: Sie kehrten während eines Krieges aus Beirut zurück ins Kriegsgebiet. Sie wurden recht sicher nicht „gezielt getötet“, sondern für den Feind gehalten.
Am gleichen Tag wurde übrigens der Bürgermeister des unweit gelegenen Deir Mimas, Suhail Abu Jomra, von einem Mitglied „Interner Sicherheitskräfte“ erschossen. Also vermutlich der Hisbollah. Der Mann wurde inzwischen durch die libanesische Armee festgenommen.
▶️ „In dem Beitrag über Irans Raketen wird keine einzige unabhängige Quelle zitiert.“
Das Argument ist absurd, da es sich lediglich um faktische Tatsachenbehauptungen handelt und er Iran längst bekanntgegeben hatte, Israel zu beschießen.
Die Frage ist, ob Sie bei Meldungen aus dem Süden des Libanons oder dem Gazastreifen ebenso auf „unabhängige Quellen“ beharren. Die gibt es dort nämlich nicht.
▶️ „Das ist kein Journalismus.“
Sie bezeichnen sich doch auch als Journalisten und sogar als „Chefredakteur“. Die Frage ist also, was Sie erwarten. Mir sind keine investigativen oder faktischen journalistischen Beiträge von Ihnen bekannt.
Eine Veröffentlichung von Pressemitteilungen ist im Nachrichtenjournalismus völlig normal und selbstverständlich.
▶️ „Der iranische Angriff erfolgte zudem, nachdem Israel Libanons Hauptstadt Beirut bombardierte. Die iranische Regierung kündigte am Donneratag an, in einem solchen Falle Raketen auf Israel zu schießen. Nichts davon wird überhaupt erwähnt.“ [sic]
Es ist ja auch vollkommen irrelevant. Da der Iran weder kriegsvölkerrechtlich noch nach unserer Moral irgendein Recht hat, sich einzumischen. Der Iran tut das, um die radikalislamistische, terroristische Hisbollah zu schützen. Der Libanon hat den Iran nicht nur nicht um Hilfe gebeten, sie wollen den Iran rausschmeißen.
▶️ „Allein am Samstag hat Israel mehrmals die Waffenruhe in Gaza gebrochen.“
Siehe oben.
▶️ „Einseitig. Ohne jeglichen Gegenbeschuss.“
Zunächst ist das eine nicht zu belegende Behauptung.
Zudem ist dafür kein „Gegenbeschuss“ notwendig. Es ist Krieg und der Feind wird bekämpft.
So wurde u.a. das Hauptquartier der Naval Police der Hamas beschossen und es wurden drei namentlich genannte höherrangige Terroristen des Islamischen Dschihads getötet.
▶️ „Dabei wurde z.B. das Kind Mustafa Abu Yunis in Mawasi getötet. Oder die Lehrerin Dina Al-Madhoun in Gaza-Stadt. Das soll weniger Nachricht sein als Raketen auf Israel? Oder muss Israel das Opfer sein?“
Ohne die Angaben zu prüfen: Korrekt. Das ist keine relevanten Nachricht. Es ist angesichts von ballistischen Raketen und dem Kontext völlig irrelevant.
Das hat nichts damit zu tun, dass die Opfer keine Israelis waren, wie Sie implizieren. Seit der sog. „Waffenruhe“ im Gazastreifen sind mindestens ein halbes Dutzend israelische Soldaten im Gazastreifen getötet worden, darüber berichtet auch niemand. Tausende Raketen wurden auf Israel gefeuert.
Wie viele palästinensische Kombattanten wurden denn getötet? So nach „unabhängigen Quellen“?
▶️ „Das Sperren des Kommentarbereichs bei einem öffentlich-rechtlichen Medium könnte ein Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag sein. Ich prüfe das und lege eventuell Beschwerde bei der zuständigen Staatskanzlei ein.“
Sparen Sie sich die Zeit und das Geld. Die Meinungsfreiheit begründet keinen Anspruch auf Bereitstellung einer bestimmten Veröffentlichungsplattform. Einrichtungen des ÖRR müssen nicht einmal eine Kommentarfunktion bereitstellen oder auch nur Accounts auf Social Media Plattformen unterhalten.
Entweder Ihre Rechtsvorstellung ist verbogen, oder Sie tun das bewusst und ausschließlich zu propagandistischen Zwecken.
________________
Herr Sakabasi
@brucknerianer
▶️ Israel greift nicht „den Libanon“ an, sondern die Hisbollah.
Der Staat Libanon hat Israel nicht den Krieg erklärt und ist nicht Ziel der Angriffe.
Es laufen Verhandlungen, der Libanon will die Hisbollah und den Iran loswerden.
▶️ Es bestand eine Vereinbarung mit der libanesischen Regierung, nicht mit der Hisbollah.
Diese sah lediglich vor, keine Ziele in Beirut bzw. nördlich des Litani anzugreifen. Das war keine wirkliche „Waffenruhe“,
Nachdem Israel weiterhin aus Beirut beschossen wurde, hat Israel die Vereinbarung für hinfällig erklärt. Sie wird also nicht fortwährend gebrochen, es gibt keine Waffenruhe.
______________
Was Sie alle tun ist, mit zweierlei Maß zu messen. Und zwar je nachdem, welches Maß Ihnen gerade für ihre Zwecke passender erscheint.