Teil 3
Das eigentliche Problem ist nicht, dass Deutschland keine Zukunft hätte.
Wir haben Maschinenbau.
Ingenieurwissen.
Forschung.
Mittelstand.
Facharbeiter.
Industriecluster.
Medizintechnik.
Automatisierung.
Chemie-Know-how.
Energieumbau.
Robotik.
Dieses Land kann verdammt viel.
Aber es wird gerade von Leuten regiert, die Zukunft behandeln wie eine lästige Störung im Betriebsablauf der alten Bundesrepublik.
Kanzler.
Wirtschaftsministerium.
Digitalministerium.
Forschung.
Gesundheit.
Überall große Worte.
Aber wenn man genauer hinschaut, steht da oft nur:
alte Systeme retten.
alte Modelle strecken.
alte Industrien entlasten.
alte Denkfehler neu lackieren.
Das ist keine Strategie.
Das ist Denkmalschutz für ein sterbendes Modell.
Deutschland müsste jetzt fragen:
Welche Industrien wollen wir 2035 haben?
Wo bauen wir Batterien, Speicher, Netze, KI, Software, Robotik, Datenräume?
Wie machen wir Energie zum Standortvorteil?
Wie bringen wir Forschung in Produktion?
Wie skalieren wir neue Märkte?
Stattdessen reden wir über längere Arbeitszeiten und Verbrennerromantik.
Die einen bauen Zukunft.
Wir polieren den Auspuff.
Und wundern uns dann, warum der Exportweltmeister plötzlich klingt wie ein alter Mann am Stammtisch, der erzählt, dass früher alles besser war.
Nein.
Früher ist vorbei.
Deutschland braucht keine Rückkehr in die 80er.
Und ganz sicher keine Flucht in die 30er.
Deutschland braucht endlich Politik, die begreift:
Man rettet ein Industrieland nicht, indem man gestern billiger macht.
Man rettet es, indem man morgen baut.