Stadtbild, die französische Variante: In Grenoble sind in der vergangenen Woche in migrantischen Vierteln an mehreren Orten an Wände geschmierte Stellenangebote für Drogendealer aufgetaucht. Gesucht werden Kuriere, Securitys und Späher für Tages- und Nachtschichten, die zwischen 150 und 300 Euro Tagessatz erhalten. Das Viertel, wo die Graffiti zu bestaunen sind, gilt als Drogenumschlagplatz, mehrere Personen wurden in den letzten Jahren im Rahmen von Drogenkriegen erschossen. Von Seiten der Polizeigewerkschaft heißt es: »Wir überschreiten eine weitere besorgniserregende Schwelle in der Strukturierung und Normalisierung des Drogenhandels in Grenoble.« Ein Passant stellt beiläufig fest: »Das ist eine professionelle Rekrutierungskampagne, wie man sie von Firmen kennt.«
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🇫🇷Ortsbesuch in Grenoble durch den französischen Fernsehsenders BFM TV. »Das erste, was auffiel, ist, dass sehr viele Menschen sehr offen mit uns sprechen. Unsicherheit ist hier überhaupt kein Tabuthema mehr, es gibt eher eine Art Überdruss.« Einige Einwohner, insbesondere Frauen, bewaffnen sich inzwischen, um der Unsicherheit zu begegnen, darunter scharfe Haarbroschen; Autoschlüssel; kleine Messer in der Handtasche. »Angreifer können jederzeit eine Waffe ziehen und auf dich schießen, weil du Annäherungsversuche abgelehnt hast oder Zigaretten verweigert hast, nach denen er fragte. Man kann deshalb einfach auf offener Straße erschossen werden.«