Die Hertie School, die sich gern mit Führung und intellektuellem Pluralismus schmückt, liefert inzwischen vor allem eines: eine Lehrstunde im Gegenteil.
*Die Hertie School of Appeasement.*
„Führung“ bedeutet hier offenbar, schwierigen Positionen aus dem Weg zu gehen.
„Pluralismus“ endet dort, wo Widerspruch beginnt.
Was Michael Roth beschreibt, ist kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Muster:
BDS-Nähe in studentischen Gremien, wachsender Druck auf jüdische und israelfreundliche Stimmen – und nun die Ausladung eines Politikers, weil seine Haltung etwas differenzierter ist als die ständig dämonisierende und delegitimierende Meinung über Israel.
Gewalt als Ausrede zu nutzen, um jemanden auszuladen, ist keine Führung – es ist rückgratlos.
Diskussionen abzusagen, weil Gewalt angedroht wird, ist kein Akt der Verantwortung, es ist Kapitulation.
Sprecher auszuladen, ist keine pluralistische Debatte – es ist moralischer Führungsbankrott.
Wer keine Debatte zulässt, zeigt kein Rückgrat, sondern Feigheit.
Eine Institution, die so handelt, bildet keine Führungskräfte aus – sondern Konformität.
Ich sollte an der Hertie School Berlin über Krieg, Frieden Diplomatie im Nahen Osten diskutieren. Nun wurde ich ausgeladen, weil Studierendengruppen Störungen angekündigt hatten. Offenkundig ist meine Haltung zu Israel, jüdischem Leben und Antisemitismus nicht mehr tolerierbar.