Da ich in den letzten Tagen über Frau Samii, die ARD-Producerin in Teheran, geschrieben habe, ist mir aufgefallen, dass sich viele die Frage stellen: Was ist eigentlich ihre wahre politische Orientierung? Wie kann es sein, dass sie einerseits regierungskritische Beiträge teilt, aber andererseits einen Post des Außenministers des islamischen Regimes repostet oder vor Jahren Videos von Versammlungen der Anhänger Ebrahim Raisis, bekannt als der „Schlächter von Teheran“, veröffentlicht hat? (An dieser Stelle sei angemerkt, dass im Netz noch weiteres Material von ihr existiert, das ihre Unterstützung für Raisi belegt, was jedoch nicht Gegenstand dieses Beitrags ist).
Um dies zu verstehen, muss man sich verdeutlichen, dass das islamische Regime in dem vergangenen halben Jahrhundert nicht nur in der Produktion von Raketen oder Atomwaffen aktiv war, sondern kontinuierlich Instrumente zur Kontrolle der öffentlichen Meinung und der echten Oppositionellen entwickelt hat. Dies ist in totalitären Regimen nichts Neues; man denke hierbei an die „Operation Trust“ in der Sowjetunion, die „Hundert Blumen Bewegung“ in China oder die Blockparteien im Ostblock. Das islamische Regime ist unter Iranern dafür berüchtigt, Personen als vermeintliche Oppositionelle oder Kritiker einzuschleusen, um durch sie den Protest zu kontrollieren, den Demonstrierenden die gewünschten Narrative und Pläne zu suggerieren. Diese Akteure in Krisenzeiten sind besonders aktiv.
Bei der Betrachtung von Frau Samiis Inhalten, die ab einem gewissen Zeitpunkt einen “reformistischen” Anschein erweckten, drängt sich die Frage auf, wie dieser plötzliche Richtungswechsel zu bewerten ist.
Hat sie ihre Positionierung vielleicht nur deshalb von einer Unterstützerin des „Schlächters von Teheran“ hin zu einer sogenannten Reformistin oder Regimekritikerin gewechselt, um gezielt die Zusammenarbeit mit westlichen Medien zu ermöglichen?
Fest steht jedoch, dass ihr gelegentlich „Fehler“ unterlaufen, wie die Screenshots ihrer Seite belegen. Es wirkt fast so, als würde sie in Momenten, in denen sie sich unbeobachtet fühlt, kurz die Maske abnehmen; denn kaum wurde die Sache öffentlich bemerkt, löschte sie ihren Repost von Araghchi umgehend.
Wie auch immer die Wahrheit aussehen mag, ich denke, dass zumindest ein Teil der von ihr veröffentlichten Inhalte außerhalb der in Deutschland akzeptierten Werte liegt.
Übrigens gehört Frau Samii, die auf X aktiv ist, zu den Besitzern der sogenannten „weißen SIM-Karten“ im Iran und hat quasi freien Zugang zum Internet. Während das iranische Volk kein Internet hat, kann sie (genau wie Herr Araghchi, die übrigen Köpfe des Regimes und deren Handlanger) ohne Einschränkungen im Namen des Volkes agieren, um in Wahrheit die Stimme des Regimes zu sein.
#DigitalBlackoutIran