Bargeld bleibt – also braucht es auch ein digitales Bargeld, motiviert durch den heutigen Artikel von
@mstaedeli in der NZZ heute.
Die SNB hat mehrfach garantiert: Bargeld bleibt. Das bedeutet: Jede:r darf 100’000e CHF im Koffer herumtragen – anonym, legal.
Doch digital? Da dreht die Schweiz durch. Schon kleinste Beträge als Stablecoin sollen überwacht werden, jeder Inhaber muss lückenlos identifiziert sein.
So schafft die Schweiz kein digitales Bargeld – sondern nur digitale Überwachung.
FINMA: Überregulierung statt Innovation
Die FINMA behandelt Stablecoins wie ein Hochsicherheitsrisiko:
- Jeder Inhaber muss identifiziert werden.
- Peer-to-Peer-Transfers ohne KYC sind verboten.
- Damit ist jeder digitale Franken strenger als Bargeld.
Begründet wird das mit Geldwäscherei- und Terrorfinanzierungsrisiken. Doch das Argument sticht nicht: Bargeld birgt dieselben Risiken – und wird politisch ausdrücklich geschützt.
Der eigentliche Widerspruch: Bargeld bleibt anonym, in jedem Fall bis 15’000 CHF, Stablecoins dürfen gar nie anonym sein. Das ist kein Regulierungsrahmen, das ist digitale Heuchelei.
SNB: Verzettelt im Wholesale-CBDC
Und die SNB? Sie testet Wholesale-CBDCs – zentrale Digital-Franken für Banken.
Doch diese Projekte sind bürgerfern, zentralistisch und ohne Mehrwert für die Realwirtschaft.
Kein Innovationsmotor, politisch unattraktiv, ökonomisch irrelevant.
Wholesale-CBDCs sind ein bürokratisches Feigenblatt – und gehören beendet.
Die Lösung: Ein Retail-Stablecoin
Die Schweiz braucht etwas anderes: einen Retail-Stablecoin. Das ist auch dass was die Swiss Blockchain Federation ausdrückt, ich nehme an:
- 1:1 in CHF besichert
- digital, schnell, programmierbar
- mit denselben Eigenschaften wie Bargeld
Und vor allem: ohne Risiko für die Geldpolitik.
Jeder Token ist 1:1 wäre demnach CHF gedeckt – es entsteht kein neues Geld. Ausgabe & Rücknahme erfolgen über Mint/Burn-Mechanismen. Die Deckung liegt bei SNB-Sichtguthaben oder Geschäftsbanken.
Umlaufmenge jederzeit kontrollierbar – einfacher als bei Bargeld.
Fazit: Schweiz am Scheideweg
Die Umlaufmenge eines Retail-Stablecoins ist kein unkontrollierbares Risiko. Ein Wholesale-CBDC hingegen ist das falsche Signal: zentralistisch, bürgerfern, innovationsfeindlich.
Wer Bargeld schützt, muss auch digitales Bargeld ermöglichen, alles andere ist Doppelmoral. Die Schweiz muss sich entscheiden: Standort für digitale Freiheit – oder Regulierungswüste.
Nebenbei, und dass es noch einmal gesagt wird: Nehmt endlich Bitcoin in die SNB-Bilanz.
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