Die WM in Katar sorgte im Vorfeld für breite Kritik in Deutschland. Nicht nur Fußballer und ihre Vereine positionierten sich kritisch, auch Fangruppen riefen zum Boykott auf. Kritisiert wurde die Menschenrechtslage in Katar und die hohe Anzahl der toten Gastarbeiter während des Baus der Stadien. Auch wurde dem Weltverband FIFA vorgeworfen, die WM unrechtmäßig an Katar vergeben zu haben. Zu den Hauptkritikpunkten gehörte ebenfalls, dass in den Stadien in Katar kein Alkohol ausgeschenkt wird.
Nun erleben wir die nächste WM danach. Diesmal in den USA, Mexiko und Kanada. Auch diesmal gibt es viele Kritikpunkte an der WM, insbesondere am Standort USA: Die Unterstützung des israelischen Genozids in Gaza; der Angriffskrieg gegen den Iran; die rassistischen Einreisesperren für Schiedsrichter, Teammitglieder und Journalisten; die Verfolgung von Minderheiten durch die Einwanderungsbehörde ICE; die Hetztiraden des US-Präsidenten Trump gegen mehrere WM-Teilnehmer; die Nähe des Fifa-Präsidenten Infantino zu Trump, die überhöhten Ticketpreise. Die Liste ist lang.
Doch großer Fanprotest bleibt aus. Es gab in der letzten Saison keine organisierten Boykottafurufe von Fangruppen gegen die WM in den USA. Es kommt nur vereinzelt zu Kritik. Koordinierte Banneraktionen in mehreren Stadien gibt es keine.