Neue Eskalationsstufe bei Brücke Budapester Straße in Dresden
Obwohl die Brücke seit einiger Zeit verkehrsberuhigt ist, außer Radfahrer und Fußgänger, hat sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert. Die Brücke wird durch Spanndrähte gehalten. Als der kritische Bereich über der Ammonstraße gesperrt wurde, hatte sie noch 16 Spanndrähte zur Reserve, aber ohne Last (die Fahrräder werden es ja wohl nicht gewesen sein) rissen in den letzten Tagen 8 weitere Spanndrähte. Hat man mit dem Schallmeßgeräten ermittelt, die im angehängten Tweet zu sehen sind. Damit wird es jetzt kritisch. Man will die Brücke aber noch 10 Jahre lang halten, weil ja andere Brücke, Nosserner Straße und Carolabrücke, Priorität haben. Deshalb werden jetzt mit Hochdruck 4 neue Schwerlaststützen angebracht, die bisher nicht geplant waren. Ein Wettlauf mit der Zeit.
Ein Tipp für den Neubau: Bei der Carolabrücke hieß es doch, dass eindringendes Tausalz den Spannstahl angegriffen hat, weshalb es zu Korrosion und Rissen kam. Wie wäre es, wenn man die Brücke einfach überdacht? Kein Streusalz nötig, weniger Wetterlast. Das würde die Standzeit sicher verdoppeln. Bei der Ilmbrücke in Buchfart in Thüringer hat es die Standzeit verzehnfacht, anstelle von 10-20 Jahren ohne Dach steht sie schon mehr als 200 Jahre.
Den Vorschlag brachte übrigens ein Follower, Followerpower hilft!
Das langsam dahingehende Erbe der DDR
Die Brücke Budapester Straße, eine 850 m lange zweizügige Spannbetonbrücke, die Ende 1967 eröffnet wurde, überspannt die Ammonstraße, das westliche Gleisfeld des Dresdner Hauptbahnhofs und die Nürnberger Straße/Nossener Brücke und ist ein wichtiges Bindeglied für die Verbindung vom Dresdner Stadtzentrum nach Dresden-Plauen.
Leider wurde sie mit dem gleichen Spannstahl aus Hennigsdorf wie die Carolabrücke errichtet. Im östlichen Bereich der Brücke wurden an zwei Stellen im kritischen Bereich typische Schäden am Spannstahl festgestellt. Der Rest der Brücke (u. a. über den Bahnanlagen) ist weitgehend unauffällig. Mittlerweile ist dieser Brückenteil außer für Fußgänger und Radfahrer komplett gesperrt. Man will durch provisorische und dann dauerhafte Maßnahmen (Notstützen, Betonelemente oder ähnliche Konstruktionen) die Brücke noch ca. 10 Jahre nutzbar zu halten (kein sofortiger Neubau). Jetzt ist schließlich die Nossener Brücke dran, die in Stücken komplett erneuert wird.
Rechts unten ist ein Monitoringsystem zu sehen, mit dem kontinuierlich Drahtbrüche und Risse im Spannstahl/Beton überwacht werden, um frühzeitig Gefahren zu erkennen.