Wer ZF sagt, meinte früher: schwäbische Ingenieurskunst, Weltmarktführer, solides Rückgrat der Autoindustrie. Heute meint man: Freiwilligenprogramm, Abfindungsrechner und „Division E im Umbau“.
Aus Sicht von BÜNDNIS DEUTSCHLAND zeigt der aktuelle Run auf die Abfindungen vor allem eines:
Die Beschäftigten glauben offenbar mehr an ihre eigene Zukunft außerhalb des Standorts als an die politische „Transformationsstrategie“ im Land. Bis 2030 sollen allein in der Sparte „Elektrifizierte Antriebstechnologien“ 7600 Stellen wegfallen, insgesamt stehen bereits bis zu 14.000 Jobs in Deutschland auf der Streichliste – bei einem Konzern, der 2024 tiefrote Zahlen schrieb und nun 500 Millionen Euro jährlich einsparen will.
Während sich die Belegschaft durchrechnen lässt, ob sich ein Abschied mit bis zu 250.000 Euro Abfindung lohnt, erklärt das Management beruhigend, man wolle betriebsbedingte Kündigungen „möglichst vermeiden“. Das ist die neue deutsche Industriepolitik im Kleinen:
Man nennt es „vorausschauendes Handeln“, wenn ein Schlüsselzulieferer sich dünn spart – in einem Land, das gleichzeitig bei Steuer- und Abgabenlast zur OECD-Spitze gehört und dessen Arbeitskosten und Energiepreise international seit Jahren nach oben herausragen.
Ironie der Geschichte: Die Politik feiert sich für die „Antriebswende“, subventioniert an anderer Stelle Milliardenprojekte – und wundert sich dann, wenn Traditionskonzerne unter globalem Wettbewerbsdruck und planwirtschaftlich verordneter Technologiepolitik ins Schleudern geraten. Für die Region bedeutet das nicht „Transformation“, sondern den schleichenden Abbau gut bezahlter Industriearbeitsplätze.
BÜNDNIS DEUTSCHLAND sagt:
Wer ernsthaft glaubt, man könne ein Hochtechnologie-Standbein wie ZF mit Förderbescheiden und Stellenabbau in die Zukunft führen, verwechselt PowerPoint mit Wirtschaftspolitik. Notwendig wäre eine Standortstrategie, die wieder Lust macht zu investieren und zu produzieren – statt Abfindungen zu verteilen und das Ergebnis dann „Erfolg des Freiwilligenprogramms“ zu nennen.