🕵️ Spionageabwehr: Russland setzt auf billige 'Wegwerf-Agenten' in Deutschland
Russische Geheimdienste setzen in Deutschland verstärkt auf sogenannte 'Wegwerf-Agenten' – billige, unausgebildete Hilfsagenten, die über soziale Medien angeworben werden. Das erklärte Generalbundesanwalt Jens Rommel am Montagabend beim Jahrespresseempfang seiner Behörde in Karlsruhe.
Rommel betonte, die Spionage diene oft nicht nur der Informationsbeschaffung: 'Vielmehr dürften Aktionen in der Regel zur Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Maßnahmen dienen – namentlich Sabotage oder womöglich sogar Angriffe auf ausgespähte Zielpersonen.' Ziel scheine es zu sein, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
Festnahmen häufen sich
Allein seit Jahresbeginn 2026 veranlasste die Bundesanwaltschaft fünf Festnahmen mutmaßlicher Russland-Agenten. Darunter eine Deutsch-Ukrainerin, die Informationen über Rüstungsindustrie und Drohnenlieferungen beschafft haben soll, sowie ein Kasache, der Daten zur deutschen Militärhilfe für die Ukraine weitergegeben haben soll.
Drei Ukrainer wurden zudem angeklagt, weil sie im russischen Auftrag Pakete mit GPS-Trackern versandt haben sollen – als Vorbereitung für spätere Pakete mit Brandsätzen. Das Verfahren läuft vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.
Im Januar 2026 wurden die Strafen für Hilfsagenten verschärft. Die 'Ausübung fremder Einflussnahme' steht nun ausdrücklich im Strafgesetzbuch und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.
Spionage nicht nur aus Russland
Auch andere Staaten sind aktiv: Im Mai ließ die Bundesanwaltschaft ein Ehepaar wegen mutmaßlicher Wissenschaftsspionage für China festnehmen. Kurz darauf erhob die Behörde Anklage gegen einen mutmaßlichen iranischen Spion, der Juden und Israelfreunde für Anschläge ausgespäht haben soll – darunter Zentralratspräsident Josef Schuster.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt, der Krieg in der Ukraine habe 'wie ein Katalysator' auf russische Geheimdienstaktivitäten gewirkt. Im Fokus stünden Militärliegenschaften, kritische Infrastruktur sowie Politik und Verwaltung.