Leider sehr richtig.
Ich kann als Ezidin aus eigener Erfahrung sagen: Wir als marginalisierte Minderheit erleben seit Jahren massive Anfeindungen und extremistische Haltungen, die häufig aus Teilen der islamisch geprägten Community kommen.
Ähnliche Erfahrungen schildern mir auch jüdische und drusische Freunde. Genau deshalb ist es wichtig, diese Realität offen auszusprechen, ohne sie zu relativieren oder aus Angst vor unbequemen Debatten zu verschweigen.
Sich dauerhaft hinter einer Opferrolle zu verstecken, anstatt Verantwortung für vorhandenen Hass, Antisemitismus, Minderheitenfeindlichkeit und religiösen Extremismus zu übernehmen, bringt uns gesellschaftlich nicht weiter.
Integration bedeutet eben weit mehr, als nur die deutsche Sprache zu beherrschen oder einen akademischen Abschluss vorweisen zu können.
Echte Integration zeigt sich vor allem in der Anerkennung gemeinsamer Werte: Menschenwürde, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit.
Dabei behaupte ich nicht, dass alle Menschen ohne Migrationshintergrund diese Werte automatisch teilen. Das sehen wir am Rechtsextremismus sehr deutlich. Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern die Haltung zu den Grundwerten unserer Gesellschaft.
Und genau hier sehe ich vielerorts noch erhebliche Defizite. Eine wirklich gelungene Integration kann nicht nur an äußeren Erfolgen gemessen werden, sondern daran, ob unsere Grundwerte auch tatsächlich gelebt und respektiert werden.