Dieses Mal ausnahmsweise etwas länger – wer sowas nicht mag, kann gerne skippen, beim nächsten Mal wird es wieder kürzer. Unten schreibe ich an erster Stelle direkt über mich und über meine Erfahrungen. Das ist kein Angriff auf irgendjemanden und auch kein Seitenhieb oder indirekte Kritik. Dort wo ich kritisieren möchte, tue ich es immer direkt. Ich möchte lediglich meine Vorgehensweise hier mit euch teilen, vor allem, weil wir jetzt am Kaufen und Akkumulieren sind. Wieso? Immer wenn ich kaufe, denke ich dann, was anhand von diesem Kauf wohl alles für Profite möglich wären. Auch wenn alles weit weg erscheint und wir zurzeit nur rot sehen. Für mich ist das jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Ich möchte vor und während der Akkumulation an das Verkaufen denken und nicht planlos da stehen, wenn mal eine passende Phase kommt.
Die eigentliche Antwort steckt schon in der Frage: Warum haben wir so viele Profite liegen lassen und sind am Ende sogar mit einem Minus in die nächste Bärenphase gegangen? Rückblickend lag es daran, dass wir uns zu sehr auf Zyklen, Phractals und vergangene Muster verlassen haben. Wir haben nicht verkauft, weil Bitcoin „noch nicht überhitzt“ war, weil zu wenig Euphorie da war oder weil wir darauf gewartet haben, dass sich alles so entwickelt wie in früheren Zyklen.
Wenn ich heute darüber nachdenke, erinnert mich das stark an genau diese Denkweise: zu warten, bis bestimmte Signale eintreten, statt auf das zu reagieren, was gerade tatsächlich passiert. Dieses „es muss noch X passieren“ hat uns schon einmal davon abgehalten, Gewinne zu realisieren.
Ich spreche bewusst von mir selbst. Nach dem Bullrun 2021 bin ich mit mehr Kapital in den Bärenmarkt 2022 gegangen. Hätten wir all diese Zyklenvergleiche ignoriert und uns an eine simple Regel gehalten – günstig kaufen und bei klaren Aufwärtsphasen Gewinne mitnehmen – wäre das Ergebnis ein ganz anderes gewesen. Gemeint sind diese Phasen, in denen alles steigt, das Portfolio deutlich im Plus ist, die Marktkapitalisierung spürbar wächst und die Gier im Markt zunimmt.
März 2024 hatte ich ein 6x auf mein Gesamtportfolio. Sechsmal so viel wie zuvor. Trotzdem habe ich nicht konsequent verkauft. Nur einzelne Positionen, bei denen der Gewinn extrem war. Der Rest blieb liegen, weil ich auf den „perfekten“ Zeitpunkt gewartet habe, der laut all diesen Modellen erst noch kommen sollte.
Später, im November und Dezember 2024, das gleiche Muster. Ein paar Gewinne realisiert, aber vieles gehalten, weil ein 2x oder 50 % sich „nicht genug“ angefühlt hat. Wieder mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass laut Zyklen noch mehr kommen müsste.
Heute ziehe ich für mich eine einfache Konsequenz: In dem Moment, in dem mein Portfolio im Plus ist, der Markt sichtbar anzieht (Chart, Onchain Momentaufnahmen) und das Fakten-basierte Momentum da ist, beginne ich zu verkaufen. Nicht irgendwann später, nicht wenn alles nach Muster und Vergleiche perfekt aussieht, sondern im "Jetzt". Mein Ziel ist es, in der nächsten Bärenphase nicht wieder im Minus zu landen, sondern mit mehr Kapital dazustehen und mich dann wieder neu positionieren.
Am Ende läuft es für mich auf eine einzige Wahrheit hinaus: Das Einzige, was wirklich funktioniert hat, war zu verkaufen, wenn dort Plus steht. Genau in dem Moment auf den Sell-Button zu klicken. Alles andere hat mich nur Nerven und Geld gekostet.
LG Seli 🙏